BÖRSEN Ausblick : Das Zeitfenster für Aktien schließt sich

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Mit Derby Cycle hat das erste Unternehmen in diesem Jahr den Schritt auf das glatte Börsenparkett gewagt. Und gewonnen: Der Emissionspreis lag bei 12,50 Euro, der erste Kurs bei 13,15 Euro. Klar, dass die Manager aus dem niedersächsischen Cloppenburg ebenso strahlten wie die Börsenoberen in Frankfurt. Vielleicht gibt Derby Cycle dem IPO-Geschehen in Deutschland wieder einen Schub.

Das Umfeld stimmt: Die Konjunktur zeigt weiter nach oben, die Gewinne der Firmen sprudeln und es gibt angesichts niedriger Zinsen keine wirklichen Anlagealternativen zu Aktien. Die Anleger dürfen sich allein bei den 30 größten Konzernen auf Dividenden von etwa 25 Milliarden Euro freuen. Folglich hangelt sich der Dax weiter nach oben: Mittlerweile ist die Marke von 7200 Punkten geknackt. So hoch standen die Kurse zuletzt im Mai 2008. Seit Jahresanfang hat der Dax 4,5 Prozent zugelegt.

Die meisten Beobachter erwarten weiter leicht steigende Kurse. Die Potenziale von Aktien würden immer noch unterschätzt, sagt Fondsmanager Daniel Zindstein von German Capital Management GECAM. Jens Herdack von der Berliner Weberbank glaubt an Rückenwind durch die noch ausstehenden Bilanzzahlen für 2010. „Das wird stützend wirken.“ Bei der DZ Bank erwartet man mangels Anlagealternativen vorerst steigende Kurse bis zu 7500 Punkten im Dax zur Jahresmitte.

Von gefährlichem Optimismus spricht hingegen Markus Reinwand von der Helaba. Auf mittlere Sicht gebe es Enttäuschungspotenzial. Er rechne mit keiner neuen Nachfragewelle nach Aktien, weil die Babyboomer immer näher ans Rentenalter rückten. „Das Zeitfenster für Aktien schließt sich allmählich.“ Im Herbst sieht er den Dax nur noch bei 6300 Punkten.

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