BÖRSEN Ausblick : Die Anleger fassen wieder Mut

Rolf Obertreis
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Langweilig ist es den Börsianern und Aktienbesitzern in den vergangenen Tagen nicht geworden. Kein Tag ohne überraschende Neuigkeiten, und an der Spitze der Clou, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke die Geldpolitik deutlich stärker lockert, als selbst Optimisten erwartet hatten. Nach der Zinssenkung am Mittwoch rasten die Kurse nach oben, der Deutsche Aktienindex (Dax) stand am Ende der Börsenwoche wieder bei fast 7800 Punkten. Es ging so deutlich aufwärts, dass Beobachter schon wieder auf die Euphoriebremse treten. Die Krise an den Finanzmärkten ist schließlich längst noch nicht ausgestanden. Darauf deutet allein schon hin, dass Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in dieser Woche eingeräumt hat, sein Haus habe Fehler gemacht und sich im Kreditgeschäft verschätzt.

Auch zwei andere Entwicklungen können den Aktionären auf Dauer nicht gefallen: Das Öl ist teuer wie nie, und auch der Euro auf Rekordhöhe erfreut allenfalls USA-Urlauber. Den Exportunternehmen wird es allmählich unwohl. Maschinen, Autos und andere Produkte „made in Euroland“ werden auf dem US-Markt und im übrigen Dollar-Ausland immer teurer und damit weniger konkurrenzfähig. Alles zusammengenommen könnte der Konjunktur einen Dämpfer verleihen.

Trotzdem hat vor allem US-Notenbankchef Bernanke wieder ein Stück Zuversicht in den Aktienmarkt zurückgebracht. Der Vermögensverwalter Jens Ehrhardt betrachtet den großen Zinsschritt nach unten als Stütze für die Börse. Man könne allmählich wieder kaufen, müsse gleichwohl mit Rückschlägen rechnen. Auch die seit Monaten zurückhaltenden Experten der DZ Bank schöpfen wieder Mut. Ihre Prognose für den Dax für Frühjahr 2008 setzen sie von 7300 auf 7600. Im Spätsommer nächsten Jahres erwarten sie sogar 8300 Punkte. Das wären schon wieder Rekordkurse.

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