BÖRSEN Ausblick : Die Anleger sind geschockt

H. Jahberg u. R. Obertreis
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Die Anleger sind nervös. Sie stehen unter dem Schock schlechter Konjunkturdaten aus den USA und Deutschland, die den Dax in der vergangenen Woche auf Talfahrt geschickt hatten. Am Freitag war der deutsche Leitindex zeitweise unter 6100 Punkte gerutscht. Mit einem Schlussstand von 6127 Zählern endete die schwächste Börsenwoche seit Januar. Dagegen konnte der US-Index Dow Jones, der am Donnerstag fast drei Prozent verloren hatte, am Freitag eine leichte Erholung verbuchen. Doch die Gefahr weiterer Einbrüche ist keinesfalls gebannt.

Nach den schlechten Arbeitslosenzahlen aus den USA, die in der vergangenen Woche die Börsen auf Talfahrt geschickt hatten, befürchten die Anleger weitere Hiobsbotschaften aus den USA. Veröffentlicht werden am nächsten Freitag Zahlen zum Einzelhandelsumsatz und zu den Erzeugerpreisen. Am Donnerstag wird die US-Regierung mitteilen, wie viele US-Bürger erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt haben. Das lässt Rückschlüsse auf die amerikanische Wirtschaft zu. Und auch die Entwicklung bei den angeschlagenen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac (siehe unten) lässt nichts Gutes befürchten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will trotz deutlich verbilligten Öls, trotz des schwächeren Euro und trotz trüber Konjunkturaussichten für die nächsten Monate nichts von Zinssenkungen wissen. Die Inflation sei immer noch hoch und die Aussichten nicht gerade rosig. Unterstützung aus dieser Richtung können sich die Börsianer abschminken. Auch sonst sind kaum positive Signale auszumachen. In Deutschland geraten die Gewinne der Firmen mehr und mehr unter Druck, sagt Commerzbank-Aktienstratege Andreas Hürkamp. „Die Gewinnerwartungen an den Aktienmärkten sind weiter zu hoch.“

Wie schlecht die Stimmung ist, zeigt sich auch daran, dass kein Börsianer auf den Ölpreis schaut. Obwohl das Fass Rohöl rund 40 Dollar oder fast 27 Prozent billiger ist als Mitte Juli, steht der Dax heute niedriger als damals. Allerdings hat der Euro seitdem gegenüber dem Dollar kräftig an Wert verloren. Das begrenzt den Effekt des billigeren Öls.

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