BÖRSEN Ausblick : Die Schuldenkrise sorgt weiter für Unsicherheit

Hakan Ersen

Berlin - Die rasante Erholung des Dax wird sich nach Einschätzung von Analysten in der kommenden Woche verlangsamen. „Das EU-Rettungspaket hat zwar die größten Ängste vertrieben“, sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg, „das Thema Schuldenkrise lässt dieAnleger aber nicht los.“ Daher rechnet er eher mit einer Seitwärtsbewegung des deutschen Leitindex, obwohl das Marktumfeld für eine Fortsetzung der Kursgewinne spreche. Die Bilanzsaison sei bisher positiv verlaufen und die Weltwirtschaft erhole sich.

Die Experten der Landesbank Berlin (LBB) blicken unter Hinweis auf die Konjunktur optimistisch auf die kommende Woche. „Wir trauen dem Dax neue Jahreshöchststände zu.“ Seit der Einigung auf den 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm für strauchelnde EU-Staaten am vergangenen Wochenende hat der Leitindex knapp neun Prozent zugelegt. Er arbeitete sich zeitweise bis auf etwa 50 Punkte an sein Jahreshoch von 6341 Zählern heran.

Die Bilanzsaison läuft aus. Darum rücken die Konjunkturdaten wieder stärker ins Blickfeld der Anleger. In der nächsten Woche werden einige Stimmungsindikatoren veröffentlicht, zum Beispiel das Börsenbarometer des Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag. Daran werde sich „zeigen, inwieweit die Schuldenkrise in Deutschland die Unternehmen beunruhigt hat“, betont Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. „Die Konjunktur läuft derzeit offensichtlich trotz aller Turbulenzen an den Finanzmärkten recht gut. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten dürfte zumindest den ZEW fallen lassen, aber auch das Ifo-Geschäftsklima wird wohl kaum ungeschoren davongekommen.“

Von Unternehmensseite erwarten sich Experten kaum Impulse für den Gesamtmarkt. Aus dem Dax will kommende Woche nur Beiersdorf (Donnerstag) Zahlen vorlegen. Am Donnerstag werden Anleger ihre Aufmerksamkeit aber vor allem auch auf die USA richten. Dort stehen das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Philly Fed) und die US-Frühindikatoren auf dem Terminplan. rtr

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