BÖRSEN Ausblick : Die Skepsis kehrt zurück aufs Parkett

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Frankfurt am Main - Der Außenwerber Ströer, das Landwirtschaftsunternehmen Tonkens Agrar, der Wäschehersteller Schiesser: die Zahl der Interessenten für Börsengänge wird nach der jetzt fast zwei Jahre anhaltenden Flaute wieder länger. Schließlich sind Bankkredite kaum zu bekommen und auch der Markt für Unternehmensanleihen lief schon besser. Also richtet sich der Blick auf den Aktienmarkt. Da allerdings könnten die Börsenaspiranten zu zögerlich gewesen sein. Der Dax hat wieder einen Gutteil seines zwischenzeitlich stattlichen Zuwachses eingebüßt. Mitte Juni stand er noch bei rund 6300 Punkten, zum Wochenschluss waren es mehr als 200 Punkte weniger. Für Börsengänge sind das keine idealen Voraussetzungen.

Die Unsicherheit wird erst einmal bleiben, sagen Beobachter. Der US-Häusermarkt ist im April eingebrochen, um fast 33 Prozent sackten die Verkäufe im Vergleich zum Vormonat ab. So schlecht lief es seit 47 Jahren nicht mehr. Arbeitsmarkt und Einzelhandelsumsatz in den USA waren zuletzt schwach und in Europa wachsen wieder die Sorgen vor einer Staatspleite Griechenlands. Börsenexperte Dirk Müller sieht die Gemütslage der Händler zudem schwanken zwischen der Sorge vor Inflation und Deflation.

Aber die Optimisten lassen sich nicht unterkriegen. Die Exporte boomen, reihenweise schrauben Volkswirte ihre Konjunkturprognosen nach oben. Kurzfristig sei der Aktienmarkt zwar anfällig für Rückschläge, aber dann gehe es nach oben, heißt es bei der DZ Bank. Auf mehr als 7500 Punkte. So gesehen wäre der Zeitpunkt für die Börsengänge im Moment doch nicht so schlecht.

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