BÖRSEN Ausblick : Die Unsicherheit bleibt

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Frankfurt am Main - Die zeitweise schönen Gewinne sind wieder futsch. Die Bankenkrise, die europäischen Schuldenprobleme, die Unsicherheit über den Konjunkturverlauf und möglicherweise überzogene Gewinnschätzungen haben den Deutschen Aktienindex zum Schluss des ersten Halbjahres 2010 nicht nur unter die Marke von 6000 Punkten gedrückt, sondern auch mehr als 100 Punkte unter den Jahresendstand von 2009. Da notierte der Dax bei 5957 Punkten, jetzt sind es nur noch 5834. Die Börsianer sind frustriert, aber nicht deprimiert. „Angesichts der Probleme hat sich der Dax gut gehalten“, sagt Robert Halver von der Baader Bank. Klar ist: Die Börsenentwicklung wird auch im zweiten Halbjahr von hoher Nervosität gekennzeichnet sein.

Die Erwartungen sind daher gespalten: Halver rechnet mit steigenden Kursen, weil sie mit Konjunktur und Unternehmensgewinnen nach oben streben. „Am Jahresende könnte der Dax bei 7000 Punkten stehen.“ Auch Experten der DZ Bank sehen zwar eine unruhige Entwicklung. Aber weil die Unternehmensgewinne steigen und die Bewertung deutscher Aktien immer noch günstig sei, halten sie an ihrer Prognose fest: 6500 Punkte am Jahresende. Doch es gibt auch die Skeptiker. Markus Reinwand von der Helaba lässt sich von vermutlich guten Berichten über das zweite Quartal nicht täuschen. Dies werde „die sich immer deutlicher herauskristallisierende Abwärtstendenz nicht stoppen.“ Am Jahresende erwartet er den Dax bei nur noch 5400 Punkten. Auch Peter Guenthardt, Leiter des europäischen Aktiengeschäfts der schweizerischen UBS, ist vorsichtig. Die Unsicherheit bleibe. Es könne wegen der Finanzkrise Jahre dauern bis der Kursverlauf auf den Finanzmärkten sich wieder normalisiere.

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