BÖRSEN Ausblick : Die Zeichen stehen auf Zartgrün

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Die Staatsschuldenkrise in Euroland rückt wieder in den Fokus, Spekulationen über ein Krisenpaket für Irland machen die Runde. Die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen steigen auf Rekordniveau. Die Börsianer aber lässt das erstaunlich unberührt. Am Freitag kehrte der Dax wieder in die Gewinnzone zurück, hielt sich deutlich über der Marke von 6700 Punkten. Und der Blick in Frankfurt geht weiter nach oben – auf 7000 Punkte.

Selbst vorsichtige Beobachter wie Johannes Reich vom Bankhaus Metzler sehen den deutschen Aktienmarkt in einer guten Lage. Er nennt eine Reihe von Gründen für diesen Optimismus: Die guten und 2011 vermutlich weiter wachsenden Unternehmensgewinne, die weiter rege Nachfrage nach deutschen Produkten aus den Schwellenländern. Die Politik der Notenbanken, die nach wie vor reichlich Liquidität bereitstellen. Der Banker verweist darauf, dass große institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen und Fonds an der Börse weiter Zurückhaltung zeigen. „Die sind nicht gerade überinvestiert“, sagt Reich. Die Aktienquote der großen Versicherer dürfte kaum über fünf Prozent liegen. Dazu gesellt sich eine niedrige Inflation.

Auch Börsen-Psychologen registrieren alles andere als eine überschwängliche und damit bedenkliche Stimmung auf dem Parkett. „Die Investoren sind gelassen“, betont Christin Stock vom Analysehaus Cognitrend. „Augenscheinlich wollen sich die mittelfristig ausgerichteten Anleger weitere Kursgewinne des Dax nicht entgehen lassen.“ Stock sieht Anzeichen für eine Jahresendrallye. Mittelfristig drohe dem Dax jedenfalls keine Gefahr. „Die Zeichen für den deutschen Leitindex stehen weiterhin auf Zartgrün.“

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