BÖRSEN Ausblick : Ein bisschen Zuversicht

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Rund zehn Milliarden Euro wird die Deutsche Bank im Oktober über die größte Kapitalerhöhung ihrer Geschichte einnehmen. Das zeigt, dass offenbar reichlich Anlagekapital vorhanden ist. Davon gehen auch die Manager des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras aus: Sie wollen bis Mitte der neuen Woche umgerechnet fast 59 Milliarden Euro einsammeln, um neue Ölquellen zu erschließen. Auch das zeigt das Vertrauen in die globalen Aktienmärkte. Bei Anlegern selbst ist es offenbar aber nicht so groß. Das gilt jedenfalls für den deutschen Aktienindex Dax. Immerhin: Am Freitag sorgten gute Wirtschaftsdaten aus den USA für freundlichere Gesichter, der Dax kletterte wieder auf 6300 Punkte.

Der Börse fehlt trotz dieses versöhnlichen Signals die Phantasie, ein Ende der Seitwärtsbewegung sei nicht in Sicht, sagen die Skeptiker und ignorieren solche Nachrichten. Aber die Meinungen divergieren. Die Anleger schauten derzeit zu stark auf die Risiken, sagt Jens Wilhelm, Vorstandsmitglied der Fondsgesellschaft Union Asset Management. Er richtet den Blick schon auf den nächsten Aufschwung. Deshalb sollten Anleger jetzt Aktien kaufen. Nerven aber müssen sie gleichwohl haben. Auch Wilhelm schließt größere Kursschwankungen in den nächsten Wochen nicht aus.

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank sieht dank weiter niedriger Notenbankzinsen, globalem Wachstum und steigender Unternehmensgewinne mittel- und langfristig gute Aussichten für Aktien. Und den Dax in einem Jahr bei 6750 Punkten. Thomas Koch von der HSH Nordbank traut dem Börsenbarometer bis zum Jahresende bei schwankenden Kursen immerhin 6400 Punkte zu. Ähnlich beurteilt Manfred Bucher von der BayernLB die Lage und verweist auf die weiter steigenden Firmengewinne.

Markus Reinwand von der Helaba sieht das anders: „Nach einem letzten Aufbäumen in den kommenden Monaten wird sich der Dax wieder deutlich unterhalb der 6000-Punkte-Marke bewegen“, glaubt er. Bis auf 5400 Punkte könne der Index nach unten gehen. Aktien seien derzeit alles andere als günstig. Das Problem: Wirkliche Alternativen hat er nicht auf dem Schirm.

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