BÖRSEN Ausblick : Ein wechselhafter Start

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Frankfurt am Main - Das Börsenjahr 2012 hat wechselhaft begonnen: Einerseits konnten sich Krisenstaaten wie Spanien und Italien zu überraschend günstigen Zinsen neues Geld beschaffen, Unternehmen berichten von immer noch gut gefüllten Auftragsbüchern, und Börsianer sprechen weiter davon, dass deutsche Aktien günstig bewertet seien. Der Dax hat zudem in der zweiten Jahreswoche zeitweise die Marke von 6200 Punkten übersprungen und damit in diesem Jahr mehr als fünf Prozent zugelegt.

Andererseits aber lastet die Unklarheit über den Schuldenschnitt für Griechenland auf den Finanzmärkten. Dass Anleger Finanzminister Wolfgang Schäuble für neue Anleihen erstmals eine Prämie zahlen, sowie die weiter übervolle Angstkasse bei der Europäischen Zentralbank zeigen die hohe Verunsicherung. Außerdem wird immer klarer, dass die Staatsschuldenkrise zunehmend die Realwirtschaft tangiert. Diverse Firmen treten auf die Bremse: Die Software AG verfehlt ihre Gewinnziele, der Siemens-Finanzchef warnt, dass es hart werde, die Prognosen zu erfüllen. Philipps berichtet von Schwächen im vierten Quartal. Und die Bundesstatistiker melden für das letzte Jahresviertel 2011 ein leichtes Schrumpfen der Konjunktur.

Das zeigt, wie schwer die Lage an der Börse derzeit einschätzbar ist. Trotzdem macht sich Zuversicht breit. „Die Investoren gewinnen mehr Selbstvertrauen“, sagt Joachim Goldberg vom Analysehaus Cognitrend. Eine weitere Aufwärtstendenz sei durchaus möglich, glaubt auch Armin Kogge von der Privatbank Ellwanger & Geiger. Aber es gibt auch Experten wie bei HSBC Trinkaus, die einen Absturz des Dax im ersten Halbjahr auf 5000 Punkte nicht ausschließen. Erst danach werde es bis auf 7000 Punkte hochgehen. So gesehen kommen im ersten Halbjahr an der Börse bessere Kaufgelegenheiten als in diesen ersten Januartagen.

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