BÖRSEN Ausblick : Es gibt wenig Hoffnung

Rolf Obertreis
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Es gibt noch Gewinner am Aktienmarkt. Und einige Papiere haben sogar kräftig zugelegt, seit die Finanzkrise die Börsen weltweit erschüttert. Der Kurs von Kali+Salz etwa hat seit Sommer 2007 um fast 70 Prozent zugelegt, und VW bringt es – dank Porsche – auf ein Plus von 55 Prozent. Der Rest aber wird vermutlich noch auf Monate hinaus Trübsal blasen. Die erneute Zinssenkung der US-Notenbank hat auch dem Deutschen Aktienindex Dax nicht auf die Beine geholfen.

Zu schlecht ist die Stimmung. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann appelliert an Notenbanken und Regierungen, den Instituten zur Seite zu stehen. Die müssen sich, wie die US-Investmentbank Bear Stearns, von der Konkurrenz – gefördert durch die US-Notenbank – übernehmen lassen. Oder wie die Allianz oder die Mittelstandsbank IKB einräumen, dass die Belastungen noch größer werden. Da interessiert es wenig, dass andere wie JP Morgan oder Goldman Sachs noch satte Gewinne schreiben. Oder dass die Kreditkartenfirma Visa mit einem Volumen von 18 Milliarden Dollar in New York den größten Börsengang überhaupt hingelegt hat – mit einem Kursplus von 35 Prozent am ersten Handelstag.

Kurzfristig wird sich an den starken Schwankungen an der Börse mit Tendenz nach unten wenig ändern, glauben die Experten der DZ Bank. Hoffnungsschimmer sind rar: Pleiten wie die von Bear Stearns oder in früheren Zeiten beim Hedgefonds LTCM oder der US-Firma Enron hätten meist den Anfang einer „Bodenbildung“ markiert, so die DZ-Banker. Und der Ölpreis rutscht wieder unter 100 Dollar pro Fass. Gehör finden solche Erkenntnisse derzeit nicht. Auch nicht an Ostern.

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