BÖRSEN Ausblick : Gegenwind bei 6000 Punkten

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Frankfurt am Main - Nach fünf Handelstagen im neuen Jahr sucht die Börse noch nach Orientierung. Am Freitag rutschte der Index wegen schlechter Arbeitsmarktdaten aus den USA zeitweise zwar wieder unter die 6000er-Grenze, aber zum Wochenschluss trieben die Anleger den Dax wieder deutlich über diese Schwelle.

Dafür sorgten nicht nur zum Teil ermutigende Konjunktursignale von jenseits des Atlantiks und der vergleichsweise verhaltene Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland, sondern auch die erfolgreiche Kapitalerhöhung bei Continental. Sie zeigt, dass die Börse bereit ist, Unternehmen frisches Geld zu geben – zumindest den Firmen, deren Aktien bereits am Markt notiert sind. Börsenaspiranten müssen dagegen vermutlich noch einige Zeit auf ihre Chance warten. Neue Aktienemissionen sind derzeit nicht in Sicht.

Die Perspektiven für die weitere Entwicklung im Dax sind nicht schlecht, auch wenn warnende Stimmen keineswegs verstummt sind. Max Schott, Chef der Fondsgesellschaft Smart-Invest glaubt, dass Aktien aktuell zu teuer sind. In den Kursen stecke vor allem Hoffnung. Er rät, jede Aktienposition mit einer Verkaufsorder nach unten abzusichern. Er jedenfalls habe beide Füße über dem Bremspedal. Auch Alexander Lukas von der Berliner Weberbank rät zur Vorsicht. „Die Rallye kommt in den nächsten Wochen zum Erliegen.“

Die Commerzbank-Experten dagegen schließen zwar Kurseinbußen zunächst nicht aus. „Es droht Gegenwind“, sagt Aktienstratege Andreas Hürkamp. Und doch erwartet er, dass es in diesem Jahr an der Börse weiter nach oben geht – um zehn bis 15 Prozent. Die Umsatzschätzungen der Unternehmen seien zu vorsichtig, die Gewinne könnten um 20 Prozent zulegen und nicht zuletzt würden die Dax-Firmen Dividenden in Höhe von etwa 19,5 Milliarden Euro ausschütten. Die Commerzbanker peilen für den Dax 2010 die stolze Marke von 6900 Punkten an.

Im Fokus der Anleger steht der Beginn der Berichtssaison in den USA. Traditionell wird diese vom Aluminiumkonzern Alcoa eröffnet, der seine Zahlen am Montag nach Börsenschluss vorlegen will.

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