BÖRSEN Ausblick : Große Verlierer, überraschende Gewinner

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Frankfurt am Main - In der ersten Augustwoche gab es mit K+S im Deutschen Aktienindex Dax einen großen Verlierer, in der zweiten mit der Commerzbank einen überraschenden Gewinner. Die Bank steckt in den roten Zahlen. Trotzdem steigt der Aktienkurs am Donnerstag und Freitag rasant um rund 18 Prozent. Für die gebeutelten Aktionäre ist der kräftige Kursanstieg zumindest ein Trostpflaster. Schließlich hat die Aktie seit 2008 mehr als 90 Prozent verloren.

Generell sind sich Börsianer und Aktienstrategen alles andere als einig, welche Richtung der Dax in den nächsten Wochen nehmen wird. Mit mehr als 8350 Zählern steht er immer noch gut da, hat allerdings den Rekord von 8530 Zählern vom 22. Mai in der abgelaufenen Woche etwas aus den Augen verloren. Den Dax-Akteuren gelüste es nach einer „Spätsommer-Baisse“, glaubt Gianni Hirschmüller vom Analysehaus Cognitrend. Profianleger erwarteten eine Korrektur, auch Privatanleger seien skeptisch. Der Dax könne in nächster Zeit bis auf 7800 Punkte fallen.

Christian Kahler, Chef-Anlagestratege der DZ Bank, bleibt zuversichtlich. Er sieht den Dax am Jahresende bei 8600 und Mitte 2014 sogar bei 9400 Zählern. Die Weltkonjunktur werde wieder runder laufen, damit gingen auch die Gewinne der Unternehmen nach oben. Der für die Euro-Zone wichtige Ifo-Index liegt derzeit auf Zwei-Jahres-Hoch, besagt für das nächste halbe Jahr eine erkennbare Verbesserung der Wirtschaftslage. Inflation und Zinsen bleiben niedrig.

Bei der Deutschen Bank erwartet man weiteren Rückenwind für deutsche Aktien aus dem Ausland. Anlagekapital werde aus den Schwellenländern abgezogen und wieder in den großen Industrieländern investiert, betont Aktienstratege Lars Slomka. Zudem liegen deutsche Aktien, wie Jens Herdack von der Weberbank glaubt, im Vergleich etwa zu US-Papieren immer noch im Hintertreffen. Deutlich. So gesehen sollte sich der Dax auf den Weg zu neuen Rekorden machen.

Vorher allerdings baut sich eine Stolperfalle auf: die Bundestagswahl. Anleger sollten nicht sorglos agieren, heißt es an der Börse. Die Kursschwankungen würden bis 22. September zunehmen.

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