BÖRSEN Ausblick : Hypothekenkrise bestimmt die Entwicklung

Christoph Giesen
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Die Hypothekenkrise in den USA wird auch in der kommenden Woche einen starken Einfluss auf den deutschen Aktienmarkt haben. Experten sind sich einig, dass das Kollabieren des US-Kreditderivatemarktes uns noch in der nächsten Zeit beschäftigen wird.

„Ob das schon der Tiefpunkt war, bleibt abzuwarten“, sagt Bernd Meyer, Marktstratege der Deutschen Bank. Viel wahrscheinlicher sei es, dass das Thema eine Frage von Wochen oder gar Monaten sei, so Meyer.

Auslöser für die unruhige Stimmung am Aktienmarkt sind Meldungen, dass Fonds und Banken auf faule US-Hypotheken gesetzt hatten. So kündigte die amerikanische Hypothekenkreditfirma American Home Mortgage an, sich von rund 90 Prozent ihrer 7000 Mitarbeiter zu trennen und sich komplett aus dem Immobiliengeschäft zurückzuziehen.

In Deutschland hatte die Mittelstandsbank IKB am Montag für einen Einbruch in Frankfurt gesorgt. Die Düsseldorfer Banker hatten sich verspekuliert und für mehrere Milliarden US-Dollar Risiken angehäuft.

„Die Anleger müssen in den kommenden Tagen weiter starke Nerven beweisen“, sagt Achim Matzke von der Commerzbank. Einen Grund zur Hoffnung sieht er momentan nicht. „Aussichten auf eine starke und nachhaltige Erholung bis in den Bereich von über 8000 Punkten sind praktisch nicht vorhanden“, sagt Achim Matzke. Auch die Landesbank Berlin dämpft die Erwartungen. „Trotz der begonnenen Stabilisierung um die Marke von 7400 Punkten in den letzten Tagen muss die aktuelle Kursschwäche aber noch nicht zwingend beendet sein“, schreiben die Berliner Analysten. Allenfalls mittelfristig bleiben sie zuversichtlich und hoffen, „dass die Eurobörsen im laufenden Jahr ihre bisherigen Höchststände nochmals verbessern können“.

Ungeachtet der US-Krise werden in der kommenden Woche acht Dax-Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentieren. Neben Tui, Adidas, der Münchener Rück und der Commerzbank werden auch die Deutsche Telekom, RWE, Bayer und Thyssen-Krupp in der nächsten Handelswoche ihre Geschäftszahlen veröffentlichen.

Keine Auswirkungen erwarten die Börsianer von der Sitzung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche. Allgemein wird damit gerechnet, dass Notenbankchef Ben Bernanke den Leitzins bei unverändert 5,25 Prozent belassen wird.

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