BÖRSEN Ausblick : Kein Grund zur Klage

von

Wirklich die Hände reiben können sich die Anleger, die am Jahresanfang auf die Aktie des Bezahlfernsehanbieters Sky gesetzt haben. Um 120 Prozent hat das Papier im ersten Halbjahr 2011 zugelegt. Es ist damit die beste unter den 110 wichtigsten deutschen Aktien. Mau sieht es dagegen für die Besitzer von Aktien der Solarfirma Q-Cells aus, der Kurs ist um nahezu 50 Prozent abgerutscht. Im Schnitt aber sind Börsianer und Anleger in den ersten sechs Monaten nicht schlecht gefahren. Der Deutsche Aktienindex Dax mit den 30 wichtigsten Papieren hat immerhin um 6,7 Prozent zugelegt, von 6914 Ende 2010 auf 7376 Punkte am 30. Juni 2011. Ähnlich sieht es beim M-Dax für die mittelgroßen Werte aus. Das Technologie-Segment Tec-Dax verbuchte ein Plus von knapp vier Prozent. Die meisten Experten erwarten weitere Kursgewinne und zum Teil sogar einen neuen Rekord von bis zu 8300 Punkten im Dax.

Ohne Griechenland und die Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan hätte es an der Börse noch besser ausgesehen. Dafür haben die gute Konjunktur und die meist ausgezeichneten Unternehmenszahlen den Aktienmarkt gestützt. Auch die satten Dividenden von knapp 26,5 Milliarden Euro allein bei den 30 Dax-Konzernen haben geholfen. „Wir können uns nicht beklagen“, sagt Fidel Helmer vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Skeptiker allerdings warnen: Der Höhepunkt der Konjunktur sei überschritten. Der Dax werde bis Jahresende die Marke von 7000 Punkten kaum halten.

„Die Chancen auf einen deutlichen Kursgewinn bis zum Jahresende stehen gut“, hält Christian Heger, Chef-Anlagestratege bei HSBC Deutschland dagegen. Aktien seien nach wie vor ungewöhnlich attraktiv bewertet. Gegenüber festverzinslichen Wertpapieren sieht Heger Aktien klar im Vorteil. Auch Daniel Zindstein vom Finanzdienstleister Gecam schlägt eine Bresche für Aktien. „Sie gelten als Sachwerte in einer Welt, in der man der eigenen Währung oft nicht vertraut und sie profitieren am meisten vom Wachstum.“ 7800 Punkte traut Heger dem Dax zum Jahresende zu, von 8300 Zählern und damit sogar einem neuen Rekord spricht Ralf Grönemeyer von Silvia Quandt Research.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben