BÖRSEN Ausblick : Keine Jahresendrallye in Sicht

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Die Woche endete dann doch einigermaßen versöhnlich. Immerhin rund 6050 Punkte zeigte der Deutsche Aktienindex Dax am Ende der zweiten Novemberwoche nach wieder einmal sehr durchwachsenen Handelstagen. Der Blick allein auf den Wochenschluss übertüncht die Ereignisse, die an den Nerven von Anlegern und Börsianern gezehrt haben. Mal ging es mit den Kursen deutlich nach unten, mal mit Schwung nach oben. Den Gipfel der Ereignisse markierte am Donnerstag die angeblich versehentliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs durch die Ratingagentur Standard & Poor’s. Etlichen Anlegern dürfte der skandalöse Lapsus eine Stange Geld gekostet haben.

Aber auch sonst dominiert die Schuldenkrise in Euro-Land weiter das Geschehen am Aktienmarkt. Die Regierungs- und zum Teil dramatischen Schuldenprobleme in Griechenland und Italien lasten auf der Stimmung. Zumindest in Athen gibt es jetzt eine Übergangsregierung mit Ex-EZB-Vizepräsident Lukas Papademos, der in Frankfurt einen durchaus guten Ruf genießt.

In der abgelaufenen Woche präsentierten auch unzählige Unternehmen ihre Quartalszahlen. Die konnten sich zum großen Teil sehen lassen. Aber an der Börse wächst die Sorge, dass die Schuldenkrise schon bald auch die Realwirtschaft in die Mangel nimmt. Die EU-Kommission warnt vor einer Rezession. Da bleiben die Anleger vorsichtig. Bei der DZ Bank glaubt man, dass das die nächsten beiden Jahre so bleibt: „Das aktuelle volkswirtschaftliche Szenario für 2012 und 2013 bietet nur wenig Raum für weitere Kursgewinne.“ Von einer Jahresendrallye ist an der Börse derzeit nichts zu sehen.

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