BÖRSEN Ausblick : Lass dich überraschen!

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Frankfurt am Main - Optimisten sprechen von starken Gewinnmitnahmen. Die Pessimisten sehen die Lage nüchterner – und wähnen die Anleger auf der Flucht. Der Deutsche Aktienindex Dax steuere auf 5000 Punkte zu, urteilt etwa der Börsenexperte Wieland Staud. Das Börsenbarometer befinde sich in einer verfahrenen Situation. Fraglich ist, wie er da wieder herausfinden soll.

Bis Freitagnachmittag steckten die Börsianer in einer Phase, in der gute Nachrichten niemanden interessieren. Dass Siemens gute Zahlen vorgelegt hat, dass SAP wieder auf dem Weg nach oben ist, dass Apple, Yahoo oder Nokia der Krise trotzen und auch das Ifo-Geschäftsklima nach oben zeigt, davon wollte bis dahin niemand etwas wissen. Schlechte Nachrichten wurden aufgesogen wie ein Schwamm: Griechenland auf Talfahrt, bald vielleicht andere, auch der Euro. Oder die mögliche Wachstumsüberhitzung in China. Der Januar jedenfalls ist nach hoffnungsvollem Auftakt mit einem deutlichen Minus zu Ende gegangen.

Trotzdem lassen sich die Optimisten nicht unterkriegen. Am Freitag verschaffte ihnen das beste Plus der US-Wirtschaft in einem vierten Quartal seit sechs Jahren Oberwasser, der Dax kletterte deutlich über 5600 Punkte. Man dürfe den Januar nicht überschätzen, sagt Markus Reinwand von der Helaba. Auf dem aktuellen Kursniveau gebe es wieder Raum für positive Überraschungen. Markus Wallner von der Commerzbank sieht attraktive Kaufgelegenheiten. Lufthansa, Siemens und Rheinmetall hat er im Auge. „Steigende Umsatz- und Gewinnerwartungen werden den Aktienmarkt stützen.“ Viele Experten sind sicher, dass die Talfahrt der Kurse eine vorübergehende Korrektur, aber keine Trendwende ist. Bei der DZ-Bank spricht man von einer „Verschnaufpause“. Die Erholung werde sich fortsetzen und die Kurse wieder nach oben ziehen. In zwölf Monaten werde der Dax bei 6500 Punkten stehen.

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