BÖRSEN Ausblick : Libyen und Euro machen Händler nervös

Frankfurt am Main/Düsseldorf - Aus Furcht vor einem Übergreifen der Unruhen auf weitere ölexportierende arabische Staaten haben sich die Anleger vor Beginn des Wochenendes risikoscheu gezeigt. Auch die als enttäuschend bewerteten US-Arbeitsmarktzahlen und die bürgerkriegsähnlichen Straßenschlachten in der libyschen Hauptstadt Tripolis hätten zu Gewinnmitnahmen geführt, sagten Börsianer. Nach einer Woche des Auf und Ab schloss der Deutsche Leitindex am Freitag bei 7178 Punkten.

Auch in der neuen Woche müssen sich Anleger am deutschen Aktienmarkt auf unruhige Zeiten einstellen: Der anhaltende Machtkampf in Libyen könnte den Ölpreis nach Einschätzung von Analysten zumindest kurzfristig weiter nach oben treiben – und damit auch der Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft neue Nahrung geben. „Die Märkte sind sehr nervös, weil die politische Situation in der arabischen Welt nur schwer einschätzbar ist“, sagt Markus Reinwand, Aktienstratege bei der Helaba. Er rechnet im Dax daher mit einem ähnlichen Auf und Ab wie in der vergangenen Woche.

Neben Libyen dürfte in der neuen Woche auch die europäische Schuldenkrise wieder für Gesprächsstoff in den Handelsräumen sorgen. Der Zeitpunkt, an dem richtungsweisende Entscheidungen über einen langfristigen Krisenmechanismus gefällt werden sollen, rückt näher. Über das Gesamtpaket gegen die Schuldenkrise, bestehend aus Rettungsfonds und Reformen, soll beim EU-Gipfel am 24. und 25. März entschieden werden. „Die Erwartungshaltung ist groß, sollte sie enttäuscht werden, könnte das für die Aktienmärkte ein Dämpfer sein“, sagt Helaba-Experte Reinwand. HB/rtr

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