BÖRSEN Ausblick : Reihenweise heiße Zahlen

Frankfurt - Konjunkturdaten en masse, eine Flut von Quartalszahlen und gleich drei wichtige Notenbanksitzungen – von Durchatmen kann an den internationalen Aktienmärkten in der nächsten Woche keine Rede sein. „Beim Dax und Dow ist angesichts dieses straffen Programms in den kommenden Tagen alles drin“, erklärt ein Marktbeobachter. Langfristig dürfte es jedoch bergauf gehen, prognostizieren die Analysten der Landesbank Berlin (LBB) – dank anhaltend niedriger Leitzinsen und einer allenfalls marktschonenden Reduzierung der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank.

Während die Wall Street ihre Rekordjagd in der abgelaufenen Woche wieder aufgenommen hat, ist der Dax noch rund 300 Prunkte von seinem Allzeithoch bei 8558 Zählern entfernt. „Die Dax-Berichtssaison ist sehr holprig angelaufen“, konstatierten die Analysten. Sollte sich diese Tendenz fortsetzen, könnte der Dax zunächst in eine Konsolidierung übergehen.

Etwas besser sah es in puncto Bilanzen dagegen in den USA aus: Die ersten Ergebnisse der Unternehmen waren gut. Vor allem bei Facebook waren die Anleger völlig aus dem Häuschen, nachdem die Aktien fast 30 Prozent gewannen. Der Dow war am Dienstag auf ein neues Rekordhoch von 15 604 Zählern geklettert, trat an den vergangenen Handelstagen aber auf der Stelle.

In der neuen Woche wird es bei den europäischen Geldhäusern ernst. Analysten schauen bei den Bilanzen der Deutschen Bank und von Barclays vor allem auf das Investmentbanking. Am Freitag muss die Allianz zeigen, ob sie das Wachstum in der Vermögensverwaltung halten kann. Tonangebend werden neben Quartalsberichten auch die Notenbanken sein, die zu Zinssitzung zusammenkommen.

Von der EZB erwarten die Investoren neue Hinweise zur Dauer der Niedrigzinsphase. EZB-Chef Mario Draghi hatte angekündigt, die Notenbank werde ihren konjunkturstützenden Kurs so lange wie nötig fortsetzen und den Schlüsselzins auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau halten. Zusätzliche expansive Maßnahmen seien nach den zuletzt besseren Stimmungsindikatoren in der Währungsunion nicht zu erwarten, prognostizierte Commerzbank-Analyst Christoph Balz. rtr

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