BÖRSEN Ausblick : Schuldenkrisen verunsichern Anleger

Die Schuldenkrisen in den USA und Europa werden dem europäischen Aktienmarkt nach Einschätzung von Börsianern auch in der kommenden Woche zu schaffen machen. Denn das Hickhack um die Anhebung der US-Schuldengrenze und das zweite Rettungspaket für Griechenland führe zu einem Vertrauensverlust der Investoren, warnen die Analysten von MM Warburg in ihrem Marktkommentar. „Für die Aktienmärkte ist dies problematisch, weil dieses Phänomen genau in dem Moment zu beobachten ist, in dem sich auch die konjunkturelle Situation verschlechtert.“

Auch von den Unternehmensbilanzen ist derzeit kaum Unterstützung für den Aktienmarkt zu erwarten, betonten die Experten der Landesbank Berlin (LBB). „Der Start in die heimische Berichtssaison verlief nicht so erfreulich wie nach den überwiegend guten Quartalszahlen der US-Konzerne erhofft.“ Auf entsprechend unruhiges Fahrwasser müssten sich Aktienanleger einstellen. In der zurückliegenden Woche gab der Dax knapp drei Prozent nach.

Den US-Konjunkturdaten messen Analysten derzeit noch stärkere Bedeutung zu als üblich. Sollten sie auf eine weitere Abkühlung hindeuten, erhöht sich das Risiko, dass die USA ihre Top-Bonitätsnote verlieren – unabhängig davon, ob die Zahlungsunfähigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft in letzter Minute verhindert werden kann oder nicht. Das Hauptaugenmerk der Börsianer richtet sich auf die Beschäftigtenzahlen am Freitag. Analysten sagen für Juli die Schaffung von 85 000 Stellen voraus, nach 18 000 im Vormonat. Zwei Tage zuvor liefert der Bericht der privaten Arbeitsagentur ADP bereits Hinweise auf die offiziellen Zahlen.

Angesichts der Entwicklungen in der US- sowie Euro-Schuldenkrise dürfte die Schaukelbörse in den kommenden Wochen weiter anhalten, sind auch die Experten der Landesbank Berlin überzeugt. Allerdings könnten Entspannungen den Börsen vorübergehend wieder Auftrieb verleihen. Und auch die Berichtssaison ist als positiver Impulsgeber noch nicht abgehakt, so die Analysten. In der kommenden Woche gibt es eine weitere Welle von Unternehmenszahlen: Mit von der Partie sind die Versicherer Münchener Rück und Allianz, BMW, die Deutsche Post und die Metro. HB

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