BÖRSEN Ausblick : Schwarzseher bleiben rar

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Frankfurt am Main - Die deutschen Unternehmer sind in der besten Stimmung seit mehr als 20 Jahren. Auch 2011 laufen die Geschäfte rund, das besagt jedenfalls der wichtige Ifo-Index des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung. Er ist im Januar zum vierten Mal hintereinander gestiegen – auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. An der Börse freilich hält sich die Euphorie in Grenzen, auch wenn der deutsche Aktienindex Dax am Freitag nach zögerlichem Beginn doch noch über die Marke von 7100 Punkten kletterte. Ein richtiger Freudensprung war es trotz der guten Unternehmerlaune nicht. Selbst bislang zuversichtliche Beobachter werden zurückhaltender. Joachim Goldberg vom Analysehaus Cognitrend lässt Skepsis durchblicken, Hans Jäckel von der DZ Bank geht noch ein Stück weiter. „Weil auch die Anlegerstimmung inzwischen einen bedrohlich hohen Grad an Optimismus erreicht hat, raten wir kurzfristig zur Vorsicht.“ Trotzdem sieht das Institut den Dax auch 2011 weiter auf Bergfahrt und erwartet 7700 Punkte zum Jahresende. Immerhin ein Plus von zehn Prozent.

Schwarzseher sind aber weiter rar, auch wenn das Risiko Staatsschuldenkrise in Euroland keineswegs beiseitegeschoben wird. Und auch mit Sorge auf die Entwicklung der Inflationsrate geschaut wird. Andererseits aber gibt es wenig Zweifel, dass die Unternehmen in den nächsten Tagen und Wochen für 2010 gute Ergebnisse, wenn nicht sogar Rekordbilanzen vorlegen und Anleger in der Folge mit einem Dividendenregen rechnen können. „Im vierten Quartal dürften die Dax-Firmen ihre Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 33 Prozent gesteigert haben“, schätzt Markus Wallner von der Commerzbank. Das wären absolut rund 19 Milliarden Euro, womit das bislang zweitbeste Schlussquartal überhaupt verbucht würde.

Die gute Stimmung nutzt auch Deutschlands größter Fahrradhersteller. Derby Cycle aus dem niedersächsischen Cloppenburg will noch im Januar an die Börse gehen. Mit Rädern für den Alltag, mit Elektrofahrrädern, aber auch mit Rennrädern, auf dass auch an der Börse das Tempo stimmt. Im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte Derby Cycle bei einem Umsatz von 173 Millionen Euro vor Steuern immerhin einen Gewinn von zwölf Millionen Euro.

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