Börsen-Ausblick : Seitwärts in den Sommer

Allmählich rückt Ben Bernanke an der Börse in den Hintergrund - und die Quartalsberichte geraten ins Interesse der Anleger. Fachleute erwarten für die nächste Zeit eine "Schaukelbörse".

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Ein Händler geht über das Parkett der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes. Am 1. Juli wird der Dax 25 Jahre alt.Weitere Bilder anzeigen
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28.06.2013 19:25Ein Händler geht über das Parkett der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen...

Der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke hat in der zu Ende gehenden Woche erneut deutlich gemacht, dass ein Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik derzeit nicht auf der Agenda steht. Das beruhigt die Börsianer, die zuletzt teilweise hektisch auf Worte des wichtigsten Notenbankers reagiert hatten. Dem Deutschen Aktienindex Dax hat die neuerliche Beruhigungspille aus den USA gut getan. Auch deshalb hat sich das Börsenbarometer wieder sehr deutlich über der Marke von 8000 Punkten festgesetzt. Seit Anfang Juli hat der Dax stolze fünf Prozent zugelegt.

Freilich: Die Bäume werden vorerst kaum in den Himmel wachsen. Dafür sorgen die bislang vorgelegten Zwischenberichte für das zweite Quartal, und dafür wird die Flut der Unternehmenszahlen sorgen, die noch bis Mitte August aus den USA und Europa auf die Börsianer niederprasseln. Microsoft, Google, General Electric und Intel haben die Experten ebenso wenig überzeugt wie zuletzt SAP. Die nicht rund laufende Weltkonjunktur und Bremsspuren in Asien, insbesondere in China schlagen durch.

Dax dürfte bis Jahresende zulegen

Die Berichtssaison für das zweite Quartal werde eher durchwachsen verlaufen und der Börse kaum Impulse geben, sagt Markus Wallner von der Commerzbank. „Deshalb dürfte sich der deutsche Aktienmarkt weiter seitwärts bewegen.“ Oliver Roth von Close-Brothers-Seydler sieht den Dax in nächster Zeit zwischen 8030 und 8330 Punkten pendeln. „Die Umsätze bleiben mäßig und die Sommerpause hat uns fest im Griff.“ Eine „Schaukelbörse“ erwartet Markus Reinwand von der Helaba in nächster Zeit. Trotz konjunktureller Lichtblicke gebe es von den Gewinnperspektiven der Unternehmen zunächst keine Impulse. In den USA sieht er gar schon wieder zu viel Optimismus im Spiel. Aktien seien derzeit ohnehin angemessen bewertet.

Gleichwohl: Das Umfeld für die Börse stimmt. Die Notenbanken bleiben spendabel, die Zinsen damit auf längere Zeit niedrig, wie nicht nur David Kohl, Volkswirt beim Bankhaus Julius Bär, glaubt. Damit lohnen sich Anlagen in Tagesgeld oder in Bundesanleihen kaum. Sie gleichen nicht einmal die Inflationsrate aus.

Deshalb lassen sich die Börsen-Optimisten nicht beirren. Die DZ-Bank-Experten erwarten zwar nur durchschnittliche Zwischenberichte der Dax-Konzerne – in der anstehenden Woche von Daimler, BASF und Deutscher Börse. Mittelfristig sei die Perspektive aber gut. Die Aussichten für die Dax-Firmen, insbesondere für 2014 sind sehr gut.“ Die DZ-Banker sehen den Dax zum Jahresende bei 8600 Punkten.

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