BÖRSEN Ausblick : Tristesse auf dem Parkett

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Das einzige, was Aktionäre derzeit noch ein wenig bei Laune hält, sind die Ausschüttungen der Dividenden. Ansonsten herrscht Tristesse auf dem Börsenparkett. Im Mai hat der Deutsche Aktienindex Dax mehr als sieben Prozent verloren. Am Freitag rutschte das Börsenbarometer um mehr als drei Prozent zeitweise fast auf die Marke von 6000 Punkten ab. So tief stand der Dax zuletzt Anfang Januar. Auf das Jahr gerechnet liegt er gerade mal noch mit rund 150 Punkten oder etwa drei Prozent im Plus.

Die Euro-Schuldenkrise und dabei vor allem die Lage in Griechenland und Spanien zehren an den Nerven von Anlegern, Börsianern, Bankern und Managern. Auch das schwächere Wachstum in China und Indien, obwohl immer noch vergleichsweise robust, lässt Anleger vorsichtiger werden. Dazu gesellen sich das Chaos um den Börsengang von Facebook und der anschließende Absturz der Aktie. Auf einmal stehen etliche geplante Börsengänge wieder auf der Kippe – so wie der eigentlich für Juni avisierte IPO von Evonik. Auch Talanx, Rheinmetall mit seinem Autozulieferer KSPG oder Siemens mit Osram dürfen sich auch kaum animiert fühlen, jetzt die Aktien listen zu lassen.

Ein paar Hoffnungsschimmer gibt es gleichwohl. Die Bewertung der Dax-Firmen sei derzeit günstig, heißt es bei der DZ Bank. Mutigen Anlegern bieten sich attraktive Kaufgelegenheiten. „Auf dem derzeitigen Niveau sind Aktien ein klarer Kauf“, sagt Markus Reinwand von der Helaba. Zwar hat Reinwand seine Prognose für den Dax zum Jahresende gerade reduziert – von 7500 auf 7000 Punkte. Aus heutiger Sicht wäre das aber immer noch ein stolzes Plus von 15 Prozent.

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