BÖRSEN Ausblick : Trotz allem: Die Chancen überwiegen

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Frankfurt am Main - Die Nervosität an der Börse ist in diesen Tagen mit Händen zu greifen. Die Kursschwankungen bewegen sich fast wieder auf dem Niveau wie in den Monaten nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008. In den vergangen beiden Wochen nach der Vereinbarung des EU-Rettungsschirms für angeschlagene Euro-Länder schwankte der Deutsche Aktienindex Dax zwischen 5700 und fast 6300 Punkten. Manche Aktien, vor allem Papiere der Banken, verloren an einem Tag zweistellig, am nächsten Tag kletterte der Kurs wieder um 20 Prozent. Der Pessimismus an der Börse ist zurück. „Die Angst geht um“, sagt Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Angst nicht nur vor den Problemen in der Eurozone, sondern überall in der Welt, etwa mit Blick auf den riesigen, 14 Billionen Dollar hohen Schuldenberg in den USA. „Wer gestern noch mit dem mahnenden Finger auf die Eurozone zeigte, muss nun einräumen, dass sich die Welt in einer Schicksalsgemeinschaft befindet“, sagt Keller.

Die Risiken an der Börse überwiegen derzeit die Chancen, warnt auch Börsenexperte Wieland Staud. Aktienanleger seien derzeit gut beraten, ihr Depot abzusichern und „einfach ruhigere Zeiten abzuwarten.“ Keller rät, an zwischenzeitlich besseren Börsentagen Gewinne mitzunehmen. Auch Stefan Keitel, Chefanlage-Stratege bei Credit Suisse, sieht die Börse derzeit „weit entfernt von einem nachhaltigen Bullenmarkt.“ Der Bulle steht in der Sprache der Börsianer für die Optimisten. Vorerst rechnet er mit einer Seitwärtsbewegung der Kurse. Das hieße, es wird vorerst nicht deutlich schlimmer. Wenigstens etwas.

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