BÖRSEN Ausblick : Vieles spricht für den Dax

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Frankfurt am Main - Der Dank der Börsianer geht an Larry Summers und Ben Bernanke: Der eine verzichtet auf den Chefsessel der US-Notenbank Fed und ebnet damit den Weg für Janet Yellen, die derzeitige Vize-Chefin. Die steht im Gegensatz zu Summers für eine lockere Geldpolitik. Der andere, Noch-Chef, verkündet, dass die Notenbank an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhält. Etliche Börsianer wähnten sich in einer vorgezogenen Weihnachtsbescherung.

Tatsächlich spricht in diesem Umfeld viel für Aktien: Die Zinsen auch in Europa werden noch einige Zeit niedrig bleiben. Die Europäische Zentralbank wird sich kaum gegen die Fed stellen. Sie kann eine Zinswende angesichts der weiter schwierigen Lage in den Euro-Krisenstaaten ohnehin noch nicht einleiten. Frühestens Ende 2014 könnte es so weit sein, schätzen Volkswirte. Sparkonten, Festgeld und Anleihen bleiben deshalb unattraktiv. Sie gleichen nicht einmal die Inflation aus, obwohl die niedrig ist. Für den Dax spricht auch, dass sich die Konjunkturaussichten aufhellen und Unternehmensgewinne wieder zulegen dürften. Schließlich ist ein Militärschlag gegen Syrien offenbar kein Thema mehr.

Wieland Staud vom gleichnamigen Analysehaus schließt nicht aus, dass der Dax noch im September die Marke von 9 000 Zählern knackt. Vorsichtige Beobachter warnen vor einer Blase und Stolpersteinen in Form weiterer Hilfsprogramme für Griechenland. Nicht zuletzt könnte die Bundestagswahl die Stimmung verändern – wenn Schwarz-Gelb nicht vorne liegt. Allerdings ist für Börsianer in diesen Tagen die Fed wichtiger als CDU, FDP und SPD.

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