BÖRSEN Ausblick : Vorsicht dominiert

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Die Beinahe-Pleite Zyperns, die Probleme bei der Regierungsbildung in Italien und letztlich die wiederaufgeflammten Sorgen um die Schuldenkrise in Euroland haben den Börsianern das erste Quartal fast noch verdorben. Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als ob die Aktienkurse auch 2013 unbeirrt nach oben streben würden. Mitte März kletterte der Deutsche Aktienindex Dax erstmals seit rund fünf Jahren wieder über die Schwelle von 8000 und erreichte in der Spitze 8058 Zähler. Seit Ende 2012 war das ein sattes Plus von fast sechs Prozent. Doch die Krise auf der Mittelmeerinsel, das Ringen um das Rettungspaket und das zeitweise dilettantische Krisenmanagement haben die Aktionäre wieder vorsichtiger werden lassen. Gleichwohl: Schlecht war die Entwicklung im ersten Vierteljahr nicht. Immerhin sind die Kurse im Schnitt um rund 2,5 Prozent gestiegen.

Rund 28 Milliarden Euro werden die 30 Dax-Konzerne in den kommenden Wochen als Dividende an ihre Aktionäre ausschütten. Auch das treibt die Kurse. Auf 3,5 Prozent taxiert Fondsmanager Daniel Zindstein vom Finanzdienstleister Gecam die Dividendenrendite. „Im Vergleich zu weniger als einen Prozent Zinsen bei durchschnittlichen deutschen Staatsanleihen oder Bankeinlagen bieten Aktien eine wahrlich starke Rendite.“ Auch das weiter reichlich vorhandene Anlagekapital spricht im Prinzip für Aktien. Vorerst allerdings dominiert Vorsicht. „Jeder zehnte der professionellen Anleger hat sich zuletzt von seinen Dax-Aktien getrennt“, sagt Joachim Goldberg vom Analysehaus Cognitrend. Andererseits: Mit deutlichen Rückschlägen rechnet kaum ein Experte. Selbst skeptische Beobachter wie Markus Reinwand von der Helaba sehen den Dax zum Jahresende bei 8200 Zählern.

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