BÖRSEN Ausblick : Warten auf positive Überraschungen

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Frankfurt am Main – Schuldenkrise und kein Ende. Auch für die Börse gibt es in diesen Tagen fast kein anderes Thema. „Die Schuldenkrise hat die Märkte weiter fest im Griff“, umschreibt Markus Steinbeis, Fondsmanager bei Pioneer Investments, die Lage. Für den Dax heißt das: Die Kurse dümpeln seitwärts vor sich hin, eher mit Tendenz nach unten als nach oben. Zwischen 7000 und 7100 Punkten pendelt das Börsenbarometer seit Tagen.

Positive Impulse fehlen. Die Berichtssaison ist vorbei und dass die deutschen Konzerne Dividenden in Höhe von mehr 25 Milliarden Euro ausschütten, interessiert keinen Börsianer mehr. Das ist kalter Kaffee. Auch dass die 30 Dax-Konzerne wieder 40 000 Mitarbeiter einstellen wollen, bewegt auf dem Parkett kaum jemanden. Nicht zuletzt beunruhigen die schwachen Konjunkturdaten aus den USA die Börse. Wenn der Konsum in der weltgrößten Volkswirtschaft abflaut, wird auch das Exportgeschäft in Europa beeinträchtigt.

Und doch: Verflogen ist der Optimismus noch nicht. Bei der Deutschen Bank raten die Verantwortlichen für die wohlhabenden Kunden weiter zu Aktienkäufen. Ihre Musterdepots bestehen derzeit zu 37 Prozent aus Aktien. Für Staatsanleihen gilt hingegen: Raus aus dem Bestand. Auch der normal betuchte Privatanleger glaubt wieder an Aktien. Jedenfalls sind den Aktienfonds allein im April netto 2,1 Milliarden Euro zugeflossen. Damit ist die Bilanz für die ersten vier Monate wieder positiv: Plus eine halbe Milliarde Euro. Auch die Experten der DZ Bank stellen die Börsenampel mittelfristig auf Grün: Aktien seien nach wie vor billig, die Gewinne der Firmen in Fahrt und viel Liquidität auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten. Deshalb werde der Dax zum Jahresende bei 7900 und in einem Jahr sogar bei 8400 Punkten stehen, rund 18 Prozent mehr als derzeit. Logisch, dass die DZ Bank zum Aktienkauf rät. Nach sorgfältiger Auswahl, wohlgemerkt.

Auch Joachim Goldberg vom Analysehaus Cognitrend traut dem Dax in diesem Jahr 8000 Punkte zu. Er setzt auf die Exportstärke deutscher Unternehmen und den starken Euro. Der lockt Anleger eher nach Europa als in die USA. Viele Risiken hätten die Händler bereits eingepreist. „Das Überraschungspotenzial liegt eindeutig auf der positiven Seite.“

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