BÖRSEN Ausblick : Wilde Zeiten an der Börse

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Ob sich die Privatanleger in den letzten Börsentagen ebenso besonnen verhalten haben wie zwischen August 2008 und April 2010 ist nicht bekannt. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, jedenfalls einer neuen Studie zufolge. Danach haben deutsche Privatanleger in dieser Phase fallende Kurse zu Aktienkäufen genutzt und bei Kurssteigerungen Aktien verkauft. Und haben damit antizyklisch agiert und sind nicht der Herde gefolgt, auf die möglicherweise eher die Profis geschaut haben. Dies jedenfalls hat die Deutsche Wertpapierservicebank (DWP) in einer Analyse von mehr als 3,5 Millionen Aktienkäufen und -verkäufen herausgefunden. Als der Deutsche Aktienindex Dax im März 2009 bei 3700 Punkten sein Krisentief markierte, waren die Privatanleger auf der Käuferseite, in der Aufwärtsbewegung der Kurse ab Sommer 2009 haben sie dann eher verkauft und Gewinne realisiert, sagt die Studie.

So gesehen dürften Privatanleger das Auf und Ab der Kurse in den abgelaufenen Wochen mit Gelassenheit verfolgt haben. Zu Beginn der vergangenen Woche rutschte der Dax auf weniger als 5700 Punkte ab, am Freitag ging der Index aber schon wieder mit 5946 Punkten ins Wochenende. Ob der Aufwärtstrend anhält, bleibt angesichts der Sorge um Spanien abzuwarten.

Analysten sind trotz der jüngsten Abwertung Spaniens durch die Ratingagentur Fitch eher zuversichtlich und loben die Sparpakete in Europa. Eugen Keller vom Bankhaus Metzler verweist auf die viel massiveren Finanzprobleme in den USA. „Die größte Volkswirtschaft hat 20 Jahre über ihre Verhältnisse gelebt“, meint Keller. In den USA und auch in Japan sind die Schuldenberge noch viel höher als im Euroland.

Trotzdem bleibt die Lage schwankungsanfällig. „Die Schaukelbörse dürfte weiter anhalten“, meint Armin Kogge von der Stuttgarter Privatbank Ellwanger&Geiger. Auch wenn der unter Börsianern als besonders kritisch eingestufte Monat Mai fast überstanden ist. Aber wie hat Mark Twain einst gesagt: „Für Börsenspekulation ist der Februar einer der gefährlichsten Monate. Die anderen sind Januar, März, April, Mai, Juni und Juli bis Dezember.“

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