BÖRSEN Ausblick : Zu wenige große Anleger

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Frankfurt am Main – Zum Wochenschluss knackte der Dax zeitweise wieder einmal die Marke von 6300 Punkten – bevor es doch wieder nach unten ging. Den Ausbruch nach oben schafft die Börse derzeit nicht. Es fehlt der große Schub für die Kurse: Impulse durch Unternehmensberichte gibt es nicht, die frühzeitig festgezurrte Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank war keine wirkliche Überraschung, die Notenbanken halten Niedrigzinskurs und auch der Blick auf die Konjunkturlage kann die Börsianer derzeit nicht animieren. Vor allem fehlen nach wie vor die Großanleger. Einer neuen Studie zufolge werden die Pensionsvermögen großer deutscher Konzerne wegen der schlechten Erfahrungen in der Finanzkrise immer konservativer angelegt. Die Aktienquote in den Depots der Pensionskassen sei weiter von 22 auf nur noch 16 Prozent gesenkt worden, heißt es. Die der Versicherungen liegt mittlerweile im einstelligen Bereich.

Angesichts dieser Zurückhaltung, die in den niedrigen Börsenumsätzen deutlich wird, ist das Niveau der Aktienkurse wiederum erstaunlich. Mit einem Ausbruch der Kurse nach oben rechnen die meisten Experten aber nicht. Der Dax stecke in einer „Seitwärtspendelbewegung“ fest, sagt Sophia Wurm von der Commerzbank. Für Portfoliomanager Gregor Bauer steht schon jetzt fest: „Eine Jahresendrallye wird es nicht geben.“ Mehr als 6387 Punkte werde der Dax nicht schaffen. Sören Wiedau von der Berliner Weberbank traut dem Dax kurzfristig zwar 6400 Punkte zu, aber wegen der unklaren Aussichten der Weltkonjunktur könne es mittelfristig auch bis auf 5600 Punkte nach unten gehen.

Andere sprechen dagegen weiter von „exzellenten“ Kaufmöglichkeiten. Aktien seien gegenüber ihren historischen Durchschnittskursen unterbewertet, heißt es bei der DZ Bank. Die Diskussion über eine erneute Rezession in den USA werde wieder abflauen. In sechs Monaten werde der Dax bei 6900 Punkten stehen.

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