BÖRSEN Ausblick : Zum Einstieg ist es noch zu früh

Henrik Mortsiefer
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Die Krise bleibt den Märkten erhalten. Am Freitag schockte der US-Mischkonzern General Electric die Börse mit einem düsteren Ausblick für 2008. Auch die amerikanischen Verbraucher trauen sich weniger zu. Sofort fielen die Kurse steil nach unten. Die Befürchtung, dass die Finanzkrise jetzt auf die Realwirtschaft durchschlägt – mit verheerenden Folgen für die US-Konjunktur – trieb Anleger aus den Aktienmärkten. Für die gerade angelaufene Berichtssaison für das erste Quartal 2008 lässt das nichts Gutes hoffen. Auch in der kommenden Woche müssen Anleger Achterbahnfahrten einkalkulieren. „Die Risiken sind immer noch erheblich, denn das Hauptproblem der Krise – fallende Immobilienpreise in den USA – besteht weiterhin“, schreibt der Chefvolkswirt der Generali Investments, Klaus Wiener, in einer Studie. Hinzu kommen ein weiterhin extrem hoher Ölpreis und ein neuer Schwächeanfall des Dollar. Vergangene Woche kostete der Euro fast 1,60 Dollar.

„Während das aktuelle Kursniveau an den Eurobörsen langfristig orientierten Anlegern vereinzelt Chancen zum vorsichtigen Positionsaufbau bietet, betrachten wir allgemein einen Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt als verfrüht“, formuliert die Landesbank Berlin ihre Skepsis. Wer das Interesse an Aktien noch nicht verloren habe, solle „ zunächst eine nachhaltigere Stabilisierung“ abwarten.

Damit ist allerdings so bald nicht zu rechnen. In der kommenden Woche könnten neue Hiobsbotschaften großer US-Konzerne den Druck auf die Kurse noch erhöhen. IBM, United Technologies, Johnson & Johnson sowie die US- Banken Citigroup, JP Morgan und Merrill Lynch geben Auskunft darüber, wie das erste Quartal gelaufen ist. Analysten prognostizieren nochmals hohe Abschreibungen bei den Finanzinstituten. Neue Hinweise zum Zustand der US-Wirtschaft werden unter anderem die Statistiken zu den Einzelhandelsumsätzen, den Erzeuger- und Verbraucherpreisen sowie zum Immobilienmarkt liefern.

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