BÖRSEN Ausblick : Zwischen Hoffnung und Angst

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Solch eine Börsenwoche haben sich Händler und Anleger seit langem wieder einmal gewünscht. Um mehr als 12 Prozent hat der Deutsche Aktienindex Dax in der abgelaufenen Woche zugelegt, von knapp 5500 ging es auf zeitweise mehr als 6100 Punkte nach oben. Vor fast allen Werten stehen dicke Pluszeichen, sogar bei den Finanztiteln. Auslöser für den erstaunlichen Umschwung waren am Mittwoch die Notenbanken der wichtigsten Industrieländer, die den klammen Banken jetzt Dollar fast zum Nulltarif bereitstellen. Die Politik kommt bei der Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise aber nach wie vor nur in Trippelschritten voran. Börsianer und Anleger hoffen jetzt auf den EU-Gipfel in der neuen Woche.

Ein wenig Zuversicht scheint allerdings zu keimen. Das zeigen nicht nur die Kurse, das belegen auch die leicht sinkenden Renditen der Anleihen der Euro-Krisenstaaten. Joachim Goldberg von der Analysefirma Cognitrend will eine Aufhellung der Stimmung bei großen institutionellen Investoren erkennen. „Sie hat sich auf den höchsten Stand seit zehn Wochen verbessert.“ Viele Experten trauen dem Braten aber weiter nicht. „Aktieninvestoren sollten eher defensiv aufgestellt bleiben“, rät Jens Herdack von der Weberbank. Gunnar Hamann von der Commerzbank verweist auf die schwächere Konjunktur und auf den fallenden Gewinntrend der Unternehmen. Deshalb werde der Dax vorerst „in einer volatilen Seitwärtsbewegung verharren“. Wie hoch die Unsicherheit ist, dokumentiert die Spannweite der Prognosen. Daniel Zindstein vom Finanzdienstleister Gecam rechnet jetzt zumindest mit einem versöhnlichen Jahresende. Mittlerweile wagen sich auch die richtigen Optimisten wieder aus der Deckung. „8000 Punkte sind ab sofort das Ziel für den Dax“, schreibt der Analyst Wieland Staud.

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