Börsen-Desaster : Google-Zahlen zu früh veröffentlicht - Aktie rauscht in den Keller

Der Quartalsbericht von Google sollte erst nach Börsenschluss veröffentlicht werden sollen, doch die Zahlen erschienen früher. Die Aktie brach daraufhin so stark ein, dass Milliarden an Börsenwert vernichtet wurden.

Viele Anleger waren von Googles Zahlen für das dritte Quartal enttäuscht. Foto: dapd
Viele Anleger waren von Googles Zahlen für das dritte Quartal enttäuscht.Foto: dapd

Ein deutlicher Gewinneinbruch bei Google hat US-Börsianer am Donnerstag kalt erwischt. Die wichtigsten Indizes drehten ins Minus, nachdem überraschend negative Zahlen vorgelegt wurden: Der Überschuss fiel demnach im dritten Quartal um 20 Prozent auf 2,18 Milliarden Dollar. An der Nasdaq brachen die Google-Aktien zeitweise 10,5 Prozent ein, bis sie mit einem Minus von neun Prozent vom Handel ausgesetzt wurden. Google erklärte, die Zahlen seien ohne Autorisierung veröffentlicht worden. Zudem drückten negative Zahlen vom Arbeitsmarkt auf die Stimmung.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor bis zum frühen Nachmittag 0,1 Prozent auf 13.549 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent auf 1457 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 3075 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 7437 Punkten aus dem Handel.

Die Veröffentlichung der Google-Zahlen kam überraschend. Eigentlich hätte die Bilanz nach Börsenschluss vorgelegt werden sollen. Google teilte mit, ein Entwurf für die Quartalsbilanz sei ohne Autorisierung veröffentlicht worden. Die Bilanz solle im Laufe des Tages bekanntgegeben werden. Nach den vorgelegten Zahlen verdiente Google ohne bestimmte Sonderposten 9,03 Dollar je Anteilsschein. Analysten hatten mit 10,65 Dollar je Dividendenpapier gerechnet.

Enttäuscht reagierten die Anleger auch auf die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche. Sie kletterte überraschend um 46.000 auf 388.000. Experten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 365.000 gerechnet.

Zugleich wurde die Zahl der Antragsteller in der vorangegangenen Woche um 3000 auf 342.000 nach oben korrigiert. Die erste Schätzung hatte den niedrigsten Stand seit viereinhalb Jahren markiert und damit Hoffnungen auf eine Aufhellung am Arbeitsmarkt geweckt.

Im Mittelpunkt des Interesses standen auch die Quartalszahlen der Großbank Morgan Stanley, deren Aktie mehr als ein Prozent verlor. Das Institut meldete dank höherer Einnahmen im Handel einen kräftig gesteigerten Gewinn im Kerngeschäft. Netto einschließlich Wertberichtigungen bei eigenen Schulden fiel allerdings ein Verlust an.

Ebay-Aktien sprangen fast vier Prozent nach oben. Der Umsatz des Internetkonzerns kletterte im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Papiere des Telekomkonzerns Verizon wurden mit einem Plus von 2,6 Prozent gehandelt. Nach Zuwächsen im Mobilfunkgeschäft wies das Unternehmen einen um 16 Prozent gesteigerten Gewinn aus. (Reuters)

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