Wirtschaft : Börsen fahren Achterbahn

TOKIO/LONDON/NEW YORK (rtr).Die asiatischen Börsen haben am Freitag neue, zum Teil schwere Verluste verzeichnet.Wichtige Ausnahme war Tokio, wo sich der Nikkei-Index vom Absturz auf den tiefsten Stand in zwölf Jahren am Vortag wieder erholte.Den größten Einruch erlebte Manila, wo das Börsenbarometer um 7,5 Prozent absackte.Insgesamt drückten enttäuschte Hoffungen auf sinkende Zinsen nach den Bemerkungen von US-Notenbankchef Greenspan auf die Stimmung.

In Tokio beendete der Nikkei-Index für 225 führende Werte den Handel mit einem Plus von 123,98 Punkten beim Stand von 13983,12 Punkten.Das entspricht einem Gewinn von 0,9 Prozent.Nach den jüngsten Verlusten hätten sich einige Investoren wieder zu Rückkäufen entschlossen, erklärten Händler die Entwicklung.In der Wochenbilanz blieb der Nikkei fast unverändert.In Manila zogen Aktien des Telekom-Anbieters PLDT den Index um 7,5 Prozent nach unten, nachdem am Vortag der Run auf dieselben Titel eine massive Rallye ausgelöst hatte.Der PSE-Index fiel um 94,63 auf 1174,61 Punkte.

Die europäischen Börsen reagierten zunächst positiv auf die Nachricht von steigenden Kursen in Fernost.Auch Berichte aus Tokio, Regierung und Opposition hätten sich nun auf einen Sanierungsplan für das angeschlagene Bankenwesen geeinigt, hoben die Stimmung.Die Aufwärtsbewegung war jedoch nicht von langer Dauer.Händler verwiesen darauf, daß derzeit negative Nachrichten einen viel größeren Einfluß auf die Kurse als positive hätten.Paris hatte mit der anhaltenden Schwäche von Alcatel zu kämpfen.Der Kurs des Elektrokonzerns, der am Vortag um fast 40 Prozent abgestürzt war und europaweit andere Aktien der Branche mit hinunter gezogen hatte, gab am Freitag weiter nach.Der wichtigste Index, der CAC 40, lag am Nachmittag bei rund 3482,00 Punkten.Das ist ein Rückgang von 1,2 Prozent, nachdem er am Donnerstag bereits um 5,47 Prozent gefallen war.Die französische Börsenaufsicht (COB) will unterdessen den Kursverlauf von Alcatel untersuchen.In London drückte ein achtprozentiger Einbruch der Shell-Aktie den europaweit vielbeachteten FTSE-Index um 1,8 Prozent.Der Ölmulti hatte zuvor eine Gewinnwarnung abgegeben.

Für die Wall Street erwarteten Händler wegen der unterschiedlichen Vorgaben aus Asien und Europa größere Kursschwankungen.Der weltweit gehandelte Terminkontrakt auf den S & P-500-Index, der als Frühindikator für die US-Börse gilt, fiel von einem im frühen europäischen Geschäft erreichten Plus von acht Punkten auf ein Minus von 2,3 Punkten.In New York warteten die Investoren zudem auf Nachrichten aus dem Kongreß.Es wird befürchtet, daß das Videoband mit der Aussage von Bill Clinton vor dem Untersuchungsgericht das Ansehen des amerikanischen Präsidenten weiter beschädigen wird.

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