Wirtschaft : Börsenallianz gescheitert

Frankfurt (Main) (stk/HB). Die vor einem Jahr vereinbarte deutsch-britische Börsenallianz ist gescheitert. Nach Informationen des Handelsblattes haben sich die Chefs der London Stock Exchange, Gavin Casey, und der Deutschen Börse AG, Werner G. Seifert, letztlich nicht auf eine weitgehende Harmonisierung ihrer Aktienmärkte einigen können. Beide sehen die Gespräche offenbar als gescheitert an. Ziel war die einheitliche Notierung der 300 größten europäischen Aktien an zwei Handelsplätzen. Dafür sollte eine gemeinsame elektronische Handelsplattform geschaffen und das Regelwerk harmonisiert werden. Knackpunkt der Allianz soll in erster Linie die ungeklärte Eigentümerfrage einer künftigen gemeinsamen Aktienbörse gewesen sein. Mit dem Scheitern der Gespräche zwischen London und Frankfurt (Main) dürfte auch die erst im Mai zwischen den acht wichtigsten europäischen Börsenplätzen London, Frankfurt, Paris, Mailand, Madrid, Zürich, Amsterdam und Brüssel vereinbarte Zusammenarbeit zur Gründung eines gemeinsamen europäischen Aktienmarktes einen herben Rückschlag erlitten haben. Denn die Achse London-Frankfurt galt in internationalen Finanzkreisen bisher als Kern einer künftigen Europa-Börse. Experten sehen in dem Scheitern der Partnerschaft auch einen Rückschlag für die Ambitionen der Deutschen Börse AG, die sich besonders für die Überwindung nationaler Handelsschranken stark gemacht hatte und als eine Spitze einer künftigen Europa-Börse galt. Ein Sprecher der Deutschen Börse erklärte nur: "Wir arbeiten an der Umsetzung der Allianz mit den acht europäischen Börsen."

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