Wirtschaft : Börsenausblick: Analysten warnen vor Rückschlägen

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Diese Woche wird zeigen, ob die Aktienmärkte bei Laune bleiben können. Nachdem die überraschend positiven US-Daten für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal an den wichtigen internationalen Aktienbörsen zum Wochenausklang für Kursgewinne gesorgt haben, folgen in dieser Woche zahlreiche wichtige Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks.

Für Europa erwarten viele Aktien- und Rentenstrategen, dass die Indikatoren eine weitere Verlangsamung der Wirtschaft in der Eurozone anzeigen. Zu den wichtigsten Daten gehört der für Mittwoch erwartete Reuters Einkaufsmanager-Index für April, der nach Ansicht von Analysten von CDC Ixis und HSBC Trinkaus auf eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität hindeuten wird. Die von der Europäischen Kommission für Freitag erwartete Umfrage über das Geschäftsklima im April dürfte auf eine Eintrübung des Vertrauens der Unternehmer hinweisen. Die Strategen von Merrill Lynch gewichten europäische Aktien nun auch unter, nachdem sie sie bislang "neutral" gesehen haben. Die Gründe: Die Eurozone könne sich der sich abschwächenden globalen Konjunktur nicht entziehen. Im zweiten Halbjahr dürften europäische Unternehmen schlechtere Neuigkeiten bringen als US-Firmen. Auch die DG Bank weist auf Rückschlagsgefahren im labilen Börsenumfeld hin. Trotz recht optimistischer Töne zu Wachstumsaussichten aus den Branchen Elektro und Elektronik sowie Maschinenbau auf der Hannover Messe würden die Konjunkturprognosen für Euroland und Deutschland weiter heruntergeschraubt.

Gleichwohl lasse der positive Wochenausklang darauf hoffen, dass die freundliche Stimmung in dieser Woche erhalten bleibe. Aus technischer Sicht habe der Deutsche Aktienindex Kurspotenzial bis 6300 Punkten. Die GZ Bank hält europäische Aktien für attraktiv bewertet, weist aber auf Risiken von Gewinnrevisionen bei Firmen hin. Mittelfristig zeigt sich die Commerzbank dank der günstigen Zinsentwicklung zuversichtlich für Aktien.

Die US-Konjunktur sehen viele Analysten nun auf dem Weg der Erholung. Gleichwohl bestünden weiterhin Wachstumsrisiken: Das sinkende Verbrauchervertrauen und die angespannte Lage am Arbeitsmarkt könnten den jüngsten BIP-Anstieg im kommenden Quartal wieder bremsen. Die Hoffnung auf eine weitere US-Leitzinssenkung um 0,5 Prozentpunkte ist nach Ansicht von Strategen vorerst vom Tisch. Beim nächsten Treffen der US-Notenbank sei allenfalls die Hälfte zu erwarten. In dieser Woche werden Kapitalmarktexperten besonders auf den NAPM-Einkaufsmanagerindex für April am Dienstag und den Arbeitsmarktbericht am Freitag achten. Trotz der positiven BIP-Zahlen dürfte der NAPM-Index auf weiterhin rezessive Tendenzen in der Industrie hinweisen, meint HSBC Trinkaus. Analysten rechnen ferner mit einer leicht steigenden US-Arbeitslosenquote. Dennoch erwarten die DG-Bank-Analysten, dass sich der Bodenbildungsprozess am US-Aktienmarkt trotz weiterer vorübergehender Schwankungen fortsetzen kann.

Die Rentenmärkte dürften vorerst vom weiterhin unsicheren Konjunkturumfeld profitieren. In Euroland bleibt eine Leitzinssenkung wegen der gestiegenen Konsumentenpreise vorerst unwahrscheinlich.

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