Wirtschaft : Börsenausblick: Börsianer fürchten große Kursausschläge

pot/HB/pf

An den internationalen Aktienmärkten steht nach Ansicht von Experten eine hektische Woche bevor. Zum einen wird der Nahost-Konflikt die Börsen weiter beschäftigen. Zum anderen steuert die Berichtssaison in den USA ihrem Höhepunkt entgegen. Nicht nur Michael Pohn, Analyst bei der DZ Bank, erwartet daher für die nächsten Tage eine "überdurchschnittlich schwankungsintensive Börsenentwicklung".

Unzweifelhaft ist, dass ein für längere Zeit hoher Ölpreis den erhofften Konjunkturaufschwung rund um den Globus schwächen würde. Allerdings weist die DZ Bank darauf hin, dass politische Krisenängste an den Börsen meist nicht dauerhaft wirken. Erste Entspannungstendenzen im Nahen Osten könnten den Ölpreis schnell wieder kippen lassen und die Aktienkurse beflügeln, schreiben die Analysten. Indes verdichteten sich am Wochenende die Hinweise, dass die Explosion in Tunesien auf ein Attentat zurückgeht. Dies könnte die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts schüren. Kurzfristig dürfte zudem die Entwicklung in Venezuela den Ölpreis bewegen. Dort übernahm Präsident Chavez am Sonntag wieder sein Amt, nachdem er am Freitag gestürzt worden war. Unter dem Eindruck des vermeintlichen Machtwechsels in dem lateinamerikanischen Land war der Ölpreis am Freitag in New York um anderthalb Dollar auf 23,31 Dollar gefallen.

Die Quartalszahlen in den USA sind das zweite große Thema der kommenden Tage. In der vergangenen Woche steckten die Märkte den Schock der Gewinnwarnung von IBM und die schlechten Zahlen von General Electric halbwegs gut weg. In dieser Woche legen nunmehr 180 Unternehmen aus dem Börsenindex S & P 500 Zahlen vor. Am Montag sind beispielsweise die Citi-group und die Bank of America an der Reihe, am Dienstag General Motors und Intel, am Mittwoch Ford und IBM und am Donnerstag Microsoft. Nach Ansicht von Helaba Trust stehen die Chancen auf eine Wende zum Positiven nicht schlecht, obwohl jene 45 Firmen aus dem S & P-Index, die ihre Zahlen bereits vorgelegt haben, um zwei Prozent hinter den Erwartungen zurückblieben. Die US-Firmen hätten einen Großteil ihrer erforderlichen Abschreibungen bereits im vierten Quartal vorgenommen, begründen die Helaba-Analysten ihre Hoffnung. Die DZ Bank weist darauf hin, dass in den Kursen bereits jetzt ein "hohes Maß an Skepsis mit Blick auf die Ergebnisse berücksichtigt" sei.

In Europa legt der Handy-Riese Nokia am Donnerstag Quartalszahlen vor. Mit Spannung erwartet wird auch die Bilanz-Pressekonferenz der Allianz am Donnerstag. Ebenfalls am Donnerstag berichtet SAP über das erste Quartal.

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