Wirtschaft : Börsenausblick: Börsianer hoffen auf gute Quartalszahlen

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Vier Entwicklungen haben die Kapitalmärkte in der kommenden Woche im Blick: Am Mittwoch wird der US-Notenbankchef Alan Greenspan nach Washington reisen, um sich in der ersten von zwei jährlichen Anhörungen vor dem Kongress zur Konjunktur und Geldpolitik zu äußern. Am Donnerstag steht die Sitzung des EZB-Rates auf der Agenda. Außerdem werden die Kapitalmärkte die Lage in den Emerging Markets weiter sehr kritisch beobachten. Und schließlich werden in den USA rund 1500 Unternehmen ihre Zahlen für das zweite Quartal veröffentlichen - darunter Schwergewichte wie IBM, Citigroup und Coca-Cola. Wie die Beispiele von Microsoft und Motorola in der vergangenen Woche gezeigt haben, können gute Nachrichten die Börsen durchaus nach oben katapultieren.

Vom Auftritt Greenspans in Washington erhoffen sich die Märkte Aufschluss über den weiteren Konjunkturverlauf und die weitere Linie der US-Geldpolitik. In der letzten Zeit gab es vermehrt Anzeichen für eine Erholung des US-Wirtschaftswachstums und eine sinkende Inflation in der zweiten Jahreshälfte. Die Meinungen darüber, ob die US-Notenbank noch im August die Zinsen weiter senken wird, gehen allerdings auseinander. Während etwa Barclays Capital eine Rücknahme um 25 Basispunkte bereits eingepreist sieht, hält das US-Haus Banc One eine weitere Zinssenkung noch im August für unwahrscheinlich. Anders ist die Lage in Europa. Unter Volkwirten gilt als ausgemacht, dass die EZB vor der Sommerpause keine Zinsänderung beschließen wird. Am Mittwoch, einen Tag vor der Ratssitzung, sollen auch neue Inflationsdaten für den Euro-Raum veröffentlicht werden.

Die Lage in den Emerging Markets, vor allem in Argentinien, Brasilien und Türkei, bleibt spannend. Auch wenn zunächst keine Eskalation zu befürchten sei, könnte der Nachrichtenfluss aus den betroffenen Ländern dafür sorgen, dass aus Sicherheitsabwägungen die Kapitalumschichtungen in Staatsanleihen der USA und des Eurolandes zunehmen werden, erwartet die DG Bank. Davon dürfte auch der Euro profitieren. Suchen Investoren nach sicheren Häfen, gelte der Euro neben dem Dollar als erste Wahl.

In Deutschland gibt es diese Woche Neuigkeiten von der Münchener Rück, die am Mittwoch Hauptversammlung hat. Die Fortschritte bei Chrysler werden das Thema der Bilanzpressekonferenz von Daimler-Chrysler am Freitag sein.

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