Wirtschaft : Börsenausblick: Der Aufholjagd folgt eine Feuerpause

yo/ina

Technologiewerte sind immer noch zu teuer, Aktien aus den traditionellen Industriebereichen trotz der Kursgewinne seit Frühjahr vergangenen Jahres immer noch nicht ausgereizt. Vertreter dieser Einschätzung können sich von der Freitagsentwicklung an den Börsen bestätigt sehen.

Ob Anleihe-Besitzer weiter wie in den vergangenen Tagen von der Schwäche an den Aktienmärkten profitieren können, ist die andere Frage: Im aktuellen Kursniveau spiegelt sich bereits sehr viel Konjunkturpessimismus wieder, meinen Experten. Für europäische Anleihen spielt nicht zuletzt die weitere Wechselkurs-Entwicklung des Euro eine große Rolle. Nach der Aufholjagd der letzten Woche sollte eine Feuerpause folgen, urteilen die Analysten der DG Bank. Der für die kommende Woche erwartete Ifo-Geschäftsklima-Index sowie Wachstumszahlen in Deutschland für das zweite Quartal dürften die Eu(ro)phorie vorerst bremsen.

In den aktuellen Bankeneinschätzungen setzt sich zusehends Skepsis durch. "Wir sehen noch erhebliches Rückschlagspotential", heißt es etwa im Wochenausblick von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Weitere Ergebnis-Enttäuschungen und starke Anpassungen der Gewinnschätzungen nach unten dürften weiterhin Verkaufsneigung nach sich ziehen, argumentieren die Analysten. Auch die Experten der Landesbank Baden-Württemberg rechnen zumindest kurzfristig nicht mit einer Trendwende.

An den Aktienmärkten bestimmen derweil Firmenmeldungen das Geschehen. So dürften die Nachrichten über die Deutsche Telekom/Deutsche Bank und Bayer auch der laufenden Handelswoche ihren Stempel aufdrücken. Dazu kommen Unternehmenszahlen. Am Dienstag gibt die Deutsche Post ihre Halbjahresergebnisse bekannt. Zur Wochenmitte präsentieren Lufthansa und MAN ebenfalls ihre Sechsmonats-Daten. Am Donnerstag folgen Preussag, Linde und Fraport.

Bei den übergeordneten Einflussfaktoren steht die für morgen erwartete Leitzinssenkung in den Vereinigten Staaten an erster Stelle. Die Börsianer rechnen mit einer erneuten Rücknahme des Tagesgeld-Zielsatzes um 0,25 Prozentpunkte auf 3,50 Prozent. Am Mittwoch stehen der Ifo-Geschäftsklimaindex, am Donnerstag die heimischen Erzeugerpreise und US-Arbeitsmarktzahlen im Blickpunkt. Am letzten Handelstag der Woche werden Daten dann zu den deutschen Lebenshaltungskosten sowie zu den US-Auftragseingängen erwartet.

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