Wirtschaft : Börsenausblick: Für die Händler ist das Jahr bereits gelaufen

cü/HB/pf

Für diese Woche rechnen Analysten an den Finanzmärkten mit stark schwankenden Kursen. Der Grund: Für viele institutionelle Investoren ist das Jahr gelaufen, sie haben ihre Bücher geschlossen. Dadurch sinkt die Liquidität an den Märkten und kleinere Aufträge können zu größeren Kursausschlägen führen als üblich. In den USA erwarten die Anleger anhand wichtiger Konjunkturdaten Aufschluss darüber, wie es mit der Wirtschaft weitergeht.

Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnen mit einer "Schaukelbörse". Auch die DZ Bank meint, dass es kaum vorherzusagen sei, wie sich die Märkte angesichts abnehmender Umsätze entwickeln werden. Es sei jedoch möglich, dass der Dax spekulativ auf 5400 Punkte steige. Die Commerzbank rechnet dagegen mit einer volatilen Seitwärtsbewegung. Pessimistischer sind die Analysten der Helaba, die es für "nicht unwahrscheinlich" halten, dass die Märkte weiter konsolidieren werden.

Stärkere Marktbewegungen erwarten die Experten erst wieder im Januar, wenn sich Investoren für 2002 positionieren. Auch an den Anleihemärkten werden die Umsätze Analysten zufolge merklich abnehmen. Auch bei den Festverzinslichen bestehe die Gefahr, das sie sehr volatil auf die anstehenden Fundamentaldaten reagieren.

Das konjunkturelle Highlight für Anleihe- und Aktienmärkte steht mit dem Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts schon heute an. Volkswirte rechnen mit einem leicht rückläufigen Index. Von Interesse dürfte vor allem die Erwartungskomponente sein. Ein schwacher Index wäre zumindest kurzzeitig positiv für die Anleihen- und negativ für die Aktienmärkte, sagen Analysten. Das kleinste Anzeichen für eine Erholung des Index könnte die Anleihen jedoch belasten, schreiben die Rentenanalysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Trotz der leichten Erholung in der vergangenen Woche haben die Anleihen in den vergangenen Wochen insgesamt unter anderem wegen Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung in den USA deutlich verloren. Diese Bewegung bezeichnen viele Analysten als übertrieben. Aufschluss über die konjunkturelle Entwicklung in den USA geben unter anderem am Dienstag die Baubeginne und -genehmigungen im November. Am Mittwoch stehen Frühindikatoren für November an. Am Donnerstag wird der Frühindikator der Philadelphia Fed erwartet. Auch die für Freitag angekündigten Daten zu Einkommen und Ausgaben der US-Verbraucher und der endgültige Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan könnten die Märkte bewegen. Von Unternehmen werden von US-Investmentbanken Quartalszahlen erwartet.

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