Wirtschaft : Börsenausblick: Gute Börsenwoche hat die Analysten überrascht

pf/cü

Analysten verstanden in der vergangenen Woche die Welt nicht mehr: Die veröffentlichten schlechten Unternehmensergebnisse - unter anderem von Infineon, Allianz, Bayer und BASF - hätten die Stimmung an den Aktienmärkten eigentlich belasten müssen. Statt dessen legten die Börsen kräftig zu, trotz schon zuvor gesehener deutlicher Kursgewinne. Der amerikanische Aktienmarkt profitierte in den letzten Tagen von den militärischen Erfolgen der USA in Afghanistan und dem steigenden Anlegeroptimismus über den Ausblick für die Volkswirtschaft. Sowohl der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index auch der technologielastige Nasdaq-Index konnten über die Woche zulegen.. Allerdings gab es am am Freitag leichte Gewinnmitnahmen: der Dow verlor 0,96 Prozent und der Nasdaq 0,13 Prozent.

Anhaltende Kriegserfolge könnten den Markt in den nächsten Tagen weiter stützen, meinten Händler. Ganz anders schätzte bisher der Anleihemarkt die Lage ein. In Erwartung einer weiteren Konjunkturabschwächung hatte die US-Notenbank die Leitzinsen vor knapp zwei Wochen ein zehntes Mal in diesem Jahr gesenkt. Mit zwei Prozent sind die Zinsen so niedrig wie seit 40 Jahren nicht mehr. Doch vorige Woche warf der Bond-Markt das Handtuch. Ein Grund war der siebenprozentige Anstieg der Oktober-Umsätze im Einzelhandel - für viele ein Zeichen der wirtschaftlichen Erholung. Der Anleihemarkt erlebte daraufhin seine schlimmsten Wochen seit 25 Jahren: bei den zehnjährigen Schatztiteln kletterten die Renditen um fast einen halben Punkt auf 4,77 Prozent. Nach Händlermeinung ist die Zinssenkungsrunde der Fed abgeschlossen.

Hinweise auf die weitere Entwicklung der Wirtschaft wird es vor allem am kommenden Mittwoch geben. In Deutschland wird der unter den deutschen Konjunkturdaten mit am meisten beachtete Index für das Geschäftsklima des Ifo-Instituts in München für Oktober erwartet. Am selben Tag wird auch die Universität Michigan ihren Index zur US-Verbraucherstimmung veröffentlichen. Analysten sind sich uneins darüber, wie die Zahlen ausfallen werden. Einig sind sie sich aber darin, dass die Zahlen besser sein müssen als erwartet, um den positiven Börsentrend stützen zu können.

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