Wirtschaft : Börsenausblick: Kein goldener Oktober an der Börse

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Nach einem goldenen Oktober an den Börsen sieht es derzeit nicht aus. Darüber kann auch die kräftige Erholung weltweit nicht hinwegtäuschen. Die Zugmaschine zum Wochenschluss war die Nasdaq, die mit 7,87 Prozent einen Kurssprung machte. Doch die Gefahr ist groß, dass es sich bei den Kursgewinnen vom Freitag nur um Eintagesfliegen handelte. Die DG Bank warnt: "Wie schnell Börsenträume zu Alpträumen werden können, lässt sich dieser Tage bei den so genannten Wachstumstiteln beobachten." Nach einer beeindruckenden Hausse zeige der Kurstrend der Aktien der New Economy weltweit seit März abwärts. Zuletzt sei es zu einem regelrechten Ausverkauf gekommen. Inzwischen scheine der Boden zwar nicht mehr fern, ob danach aber eine schnelle Erholung gelinge, bleibe abzuwarten.

Für die Landesbank Rheinland-Pfalz ist die scharfe Korrektur eine Folge der Kursexzesse zu Jahresbeginn. Es spiegele sich aber auch die Erwartung eines verlangsamten globalen Wirtschaftsaufschwungs wieder. Entscheidender Faktor für die Konjunktur- und Börsenperspektiven sei die Ölpreisentwicklung. Hier haben die jüngsten Nachrichten aus dem Nahen Osten zwar zu einer leichten Entspannung geführt. Der Preis für Öl der Sorte Brent liegt inzwischen bei 34,50 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem die Notierung am letzten Donnerstag mit 35,30 US-Dollar auf ein neues Zehn-Jahres-Hoch gestiegen war. Die Händler trauen dem Frieden jedoch nicht. Es geht weiterhin die Angst vor einem Ölembargo oder einer Unterbrechung der Öllieferungen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt um. Sollten die Spannungen wieder zunehmen, sei mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.

Angesichts des schlechten Umfelds für Aktien verschoben einige Börsenkandidaten ihren Gang an den Neuen Markt. Die Post will jedoch weiter an ihren Plänen festhalten und ihre Aktien in etwa zwei Wochen anbieten. Das macht es für alle anderen Kandidaten noch schwieriger, die nötige Aufmerksamkeit der Anleger für sich zu gewinnen. Leichter hat es hier Borussia Dortmund. Der Fußballklub kann beim geplanten Börsengang im vierten Quartal mit seinen Fans als potenziellen Käufern rechnen.

Unter zunehmenden Druck gerät derzeit auch der Euro. Mit einem Tagestief von 0,8543 US-Dollar am Freitag war die Gemeinschaftswährung so billig wie seit den Stützungkäufen der Notenbanken am 22. September nicht mehr.

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