Wirtschaft : Börsenausblick: Keine weitere Zinssenkung erwartet

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Selten ist die Spannung vor einer Sitzung der Europäischen Zentralbanker so gering wie in dieser Woche. Wenn der EZB-Rat an diesem Mittwoch zusammentrifft, rechnet wohl niemand ernsthaft mit einer Zinsänderung. Doch die Frage bleibt im Markt, ob es vor der Sommerpause noch einen weiteren Zinsschritt nach unten geben wird. Hinweise erwarten Volkswirte von den Konjunkturdaten, die diese Woche zur Veröffentlichung anstehen. Neben dem Stimmungsbarometer ifo-Geschäftsklimaindex am Dienstag werden Inflationsdaten aus Deutschland und Italien im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Der Ifo-Index wird nach der Einschätzung von Volkswirten widerspiegeln, dass sich die Stimmung vor allem aufgrund der Wachstumsverlangsamung in den USA noch weiter eintrübt. Für den am Dienstag anstehenden April-Wert diesen Jahres geht Dresdner Kleinwort Benson allerdings noch von 93,2 Punkten aus, Merrill Lynch rechnet mit 92,9 Punkten.

Der Abwärtstrend des Ifo-Index ist von den Märkten größtenteils eingepreist. Für den Anleihemarkt dürfte ein schwächerer Wert daher allenfalls eine leichte Unterstützung bedeuten. HSBC Trinkaus sieht in dieser Woche denn auch keine bedeutenden neuen Impulse für den richtungweisenden Bund-Future.

Von der Inflation wollen die Europäischen Zentralbanker wohl nichts mehr hören, das jedenfalls vermuten die Volkswirte von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Auch in dieser Woche ist mit zwei wichtigen neuen Daten zu rechnen, die als Indikatoren für die Preisentwicklung in diesem Monat gelten. Am Dienstag werden sechs deutsche Bundesländer vorläufige Zahlen für Mai veröffentlichen, am gleichen Tag wird die Inflationsrate der italienischen Städte bekannt gegeben. Alle Daten werden nach Meinung von Dresdner Kleinwort Benson auf eine weiter steigende Inflation hindeuten.

Nachdem die Börse in der vergangenen Woche von Zinsspekulationen und Quartalszahlen hin- und hergerissen wurde, rechnen Analysten jetzt mit einer ruhigeren Seitwärtsbewegung. HSBC Trinkaus rechnet mit einer Dax-Entwicklung zwischen 6000 und 6250 Punkten. Die Analysten der GZ-Bank gehen sowohl für die USA als auch für Europa von einer Seitwärtsbewegung innerhalb der jüngsten Bandbreiten aus. In Deutschland werden in dieser Woche nur wenige neue Unternehmensdaten bei den Blue Chips erwartet. Hypo-Vereinsbank, Deutsche Telekom und MAN stehen im Mittelpunkt.

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