Wirtschaft : Börsenausblick: Mut zum Risiko ist nicht gefragt

ina

Kapitalerhalt bleibt Trumpf, Mut zum Risiko ist nicht gefragt. Das mussten die Börsianer am Wochenende wieder einmal erfahren. Vergessen waren die kräftigen Aktienkurssprünge, die noch am Donnerstag Hoffnung aufkeimen ließen. Gewinner bleiben wertstabile Anlagen wie Anleihen. Neue Gewinnwarnungen, schlechte Arbeitsmarktdaten und der Bankrott des größten kalifornischen Versorgers schickten am Freitag die Kurse in Amerika wieder auf Talfahrt. Die meisten eurpäischen Märkte dürften diese Abschläge wegen der Zeitverschiebung erst an diesem Montag nachvollziehen.

Unter diesen Voraussetzungen richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer in der durch die Osterfeiertage verkürzten Handelswoche auf wenige Ereignisse. Dazu zählen neben der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Mittwoch die MärzDaten für die US-Produzentenpreise und die Einzelhandelsumsätze. Die Chancen auf eine Börsenerholung in den nächsten Tagen erscheinen eher gering. So findet SEB Research (früher BfG) skeptische Worte in seiner aktuellen Wall-Street-Einschätzung. "Die zahlreichen Gewinnwarnungen lassen vermuten, dass das Kurs/Gewinn-Verhältnis selbst bei stagnierenden Kursen weiter steigt", heißt es. Und das bei historisch gesehen immer noch hoher Bewertung.

Hoffnungsvoller zeigen sich die DG-Bank-Analysten, wenn auch mit kurzfristigeren Argumenten. Ihr Urteil: Leerverkäufer seien gezwungen, sich mit Aktien einzudecken, und in den USA bestehe die Aussicht auf Steuerrückvergütungen nach dem Einkommensteuertermin am 15. April. Dies sollte der Börse in den Folgewochen Impulse geben. Ohnehin dürfte sich die Liquiditätslage verbessern, weil Geldmarktanlagen und Anleihen wegen des labilen Aktienmarktes in den vergangenen Monaten hohe Zuflüsse verzeichnet hätten. Bei ersten Anzeichen einer Stabilisierung werden nach Ansicht der DG Bank die Gelder an die Börsen zurückkehren und für bessere Stimmung sorgen.

Nach Meinung einiger Analysten bieten Anleihen weiter gute Anlagechancen. Dresdner Kleinwort Wasserstein erwartet eine bessere Kursentwicklung europäischer im Vergleich zu amerikanischen Bonds. Dazu soll maßgeblich eine Aufwertung des Euros gegenüber dem Dollar beitragen.

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