Wirtschaft : Börsenausblick: Zinssenkung in Amerika erwartet

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Nach der überraschenden Zinssenkung der Europäischen Zentralbank stehen die Zeichen an den Aktien- und Rentenmärkten in der kommenden Woche auf Konsolidierung. Da die Marktbeobachter nach den jüngsten amerikanischen Arbeitsmarktdaten auch von der US-Notenbank bei deren Sitzung am Dienstag einen weiteren Zinsschritt erwarten, dürfte davon allein kein starker positiver Impuls ausgehen. Generell wird sich das Zinsklima jedoch positiv auswirken. Die Commerzbank erwartet beim Dax eine Konsolidierungsphase oberhalb der Marke von 6000 Punkten bei "ausgeprägter Volatilität".

Die DG Bank geht ebenfalls davon aus, dass sich die deutschen Aktien jetzt gegen eine "drohende Korrektur" stemmen können, "wenngleich der Markt inzwischen als überkauft anzusehen ist". Auf mittlere Sicht sieht die Bank den US-Aktienmarkt jedoch als attraktiver an und stuft ihn folgerichtig auf "übergewichten", während der deutsche Markt auf "neutral" zurückgestuft wurde. Optimistischer äußert sich HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Banker sehen die EZB-Entscheidung als Startschuss für einen Zinssenkungsprozess in Europa und sehen auch in den USA bei vier Prozent noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Die in dieser Woche erwarteten Zahlen zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung dürften der Fed weitere Zinsschritte nahe legen. Zusammen mit einer erwarteten spürbaren Erholung der Unternehmensgewinne sieht HSBC eine "Fortsetzung der Erholung an den weltweiten Aktienmärkten in den kommenden Wochen".

Von Unternehmensseite wird in Deutschland in der kommenden Woche mit keinen allzu großen Überraschungen gerechnet. Keine hohen Erwartungen werden an die Quartalszahlen der zur Zeit streikgeschüttelten Lufthansa am Donnerstag geknüpft, da ein Einbruch der Gewinne bereits angekündigt worden ist. Optimistische Ankündigungen lassen bei Linde am Mittwoch gute Ergebnisse für den Jahresstart erwarten. Die Zahlen bei Eon werden am Freitag Aufschluss darüber geben, wie gut der Konzern es geschafft hat, rückläufige Strompreise zu verkraften. In Amerika werden neben Einzelhändlern wie Wal-Mart und Kmart auch Hewlett Packard und Dell über ihr Geschäft berichten.

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