Wirtschaft : Börsenfieber: Angsthasen haben das Nachsehen

Andreas Kosina ist Daytrader,Trading-Coach (im

Waren das nicht wieder hervorragende vier Wochen! An der Börse ist eigentlich nichts passiert, einige langfristig engagierte Investoren standen kurz vor einem Herzinfarkt oder ließen sich feiern. Das hinterließ einen Kater, da der Markt wieder da ist, wo er vor vier Wochen stand. Es zur Zeit ein Seitwärtsmarkt, der mit Charts und technischen Indikatoren gehandelt werden muss.

Es tut mir leid, dass ich Sie wieder darauf aufmerksam mache: Zur Zeit gibt es keinen Grund, sein Depot weiter mit Aktien auszubauen, oder zu verkaufen - und so wie es aussieht, wird das bis zum Spätsommer anhalten. Die Aktien gehen täglich um drei, fünf oder 15 Prozent rauf oder runter, und diese Angebote kann man leider nur im Tageshandel in Anspruch nehmen.

In den vergangenen vier Wochen war ich geschäftlich an drei verschiedenen Börsenplätzen dieser Welt: Südafrika, England, USA. Es ist traurig zu sehen, wie die Parkettbörsen aussterben, andererseits aber wiederum interessant, welchen technischen Vorsprung der Privatkunde im elektronischen Aktienhandel in den USA hat. Ich besuchte ein Trading-Center in den USA, in dem über 70 private Daytrader ihr Depot handelten. Es ist für mich heute nicht mehr erstaunlich, warum über 40 Prozent des Nasdaq-Handels in Trading-Centern durchgeführt wird. Ich unterhielt mich mit einem jungen Händler, der wie ich vor circa drei Jahren das Tick-Trading begonnen hat, und er erzählte mir, er habe damals mit 5000 Dollar begonnen, und alles verloren. Mit einem Lächeln sagte er, dass er wohl in der deutschen Statistik zu den 70 Prozent Verlierern gehört hätte, wenn er aufgehört hätte. Heute handelt er in seinem Depot 19 Millionen US-Dollar mit einer der besten Softwares auf dem Markt. Was wird das für ein Spass werden, denn jetzt habe ich für mich und meine Kunden die gleiche Software!

Ach, noch ein Wort zu den letzten Neuemissionen oder Verschiebungen: Da haben mir doch einige Unternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht! Ich habe mich darauf gefreut, einige Aktien zu shorten (Handel auf fallende Preise), da haben sie ihren Börsengang verschoben, mit der Begründung, das Marktumfeld sei nicht so gut. Ich kann darauf nur sagen: Das Marktumfeld hätte für ein gutes Unternehmen nicht besser sein können, denn jeder sucht gute Werte. Seinen Schrott in der Masse verstecken geht sicherlich, was ich hoffe, heute nicht mehr gut. Interessante Unternehmen, die aus meiner Meinung nach falscher Managemententscheidung ihren Börsengang verschoben haben, können sich jetzt in der entstehenden Flut von Neuemissionen einreihen. Aber aufgepasst, lieber Privatinvestor: Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

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