Wirtschaft : Börsenfusion: Finanzexperten raten zur Absage

Die geplante Fusion der Frankfurter Deutsche Börse AG mit der London Stock Exchange (LSE) bleibt heftig umstritten. Führende britische Finanzexperten erteilten dem Vorhaben jetzt eine klare Absage. Das Vorhaben sei "schlecht geplant" und sollte abgebrochen werden, zitierte die britische Zeitung "Daily Telegraph" aus einem Bericht der Denkfabrik Centre for the Study of Financial Innovation (CSFI). Der erhoffte Hauptvorteil der neuen Europabörse International Exchanges (iX) - die Schaffung effizienterer Aktienmärkte - werde sich kaum realisieren lassen, urteilte das CSFI. Das von über fünfzig Finanzinstitutionen der Londoner City getragene Forschungsinstitut betonte, dem Aktienmarkt sei besser gedient, wenn die beiden Börsen wie bisher getrennt blieben.

Deutsche und britische Behörden wollen bei der Börsen-Fusion die Markttransparenz, Anlegerschutz und die Verhinderung von Insiderhandel gesichert wissen. Wie das beteiligte Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) am Montag mitteilte, wurde in Zusammenarbeit mit dem hessischen Wirtschaftsministerium und der britischen Financial Service Authority eine gemeinsame Erklärung zu aufsichtsrechtlichen Fragen der geplanten Fusion abgegeben. Darin heißt es unter anderem, dass den "Belangen der Marktintegrität und -transparenz, des Anlegerschutzes, sowie der Verhinderung von Insiderhandel und Marktmissbrauch bei der Entwicklung der iX-Gruppe in vollem Maße Rechnung zu tragen ist". "Vor dem Hintergrund der aktuellen Vorschläge prüfen die Behörden, in welchen Bereichen eine weitere Verbesserung der aufsichtsrechtlichen Standards und der Zusammenarbeit möglich ist", hieß es weiter. Das BAWe, Ministerien und die britische Aufsicht hätten gemeinsam sechs Arbeitsgruppen gegründet, die eine vergleichende Bestandsaufnahme der einschlägigen deutschen und britischen Regelungen durchführen sollen.

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