Wirtschaft : Börsenfusion: Seifert kommt unter Druck

Die Fusionsbemühungen zwischen der Deutschen Börse und der London Stock Exchange (LSE) stehen unter einem schlechten Stern. Nicht nur, dass es mindestens einen feindlichen Übernahmeversuch gibt: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse AG, Werner Seifert, bekommt nun auch aus dem eigenen Aufsichtsrat Gegenwind zu spüren. Das Konzept des Zusammenschlusses zwischen London und Frankfurt als "Fusion unter Gleichen" sei in der von Seifert geplanten Form fraglich. Der Börsenchef habe viel an Sympathie verloren durch seine Art, andere Leute vor vollendete Tatsachen zu stellen. Selbst Fusionsbefürworter sagen deshalb mittlerweile hinter vorgehaltener Hand, sie könnten sich auch ein Zusammengehen der Börsenplätze ohne Seifert vorstellen, wenn es nicht anders möglich sei. Gerade bei den Verhandlungen mit internationalen Börsenplätzen, sei Fingerspitzengefühl notwendig. Zu Gerüchten über weitere Übernahmeofferten für die LSE äußerten sich die potenziellen Beteiligten nicht. Sowohl Euronext als auch Reuters lehnten Stellungnahmen ab. Berichten zufolge verhandelt Euronext mit Banken über die Finanzierung einer Offerte in Höhe von 900 Millionen Pfund. Auch der Reuters-Tochter Instinet wird ein Übernahmeinteresse nachgesagt.

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