Wirtschaft : BÖRSENGÄNGE

Nach einem enttäuschenden IPO-Jahr sollen sich 2011 wieder mehr Firmen auf das Börsenparkett wagen. Der nur knapp der Pleite entgangene Wäschehersteller Schiesser hat bereits seinen festen Willen bekundet. Talanx, einer der größten deutschen Versicherer, hat den IPO im Auge, möglicherweise aber auch erst 2012. Seit Jahren schielt der Vorstand auf diesen Schritt. Die Reederei Hapag Lloyd wird gehandelt, auch Kabel Baden-Württemberg. Mit bis zu 20 IPOs rechnen die Experten von Ernst & Young im neuen Jahr, weil sich auch Beteiligungsgesellschaften über die Börse von Firmen trennen wollten. Die Basis für neue Börsenaspiranten ist mehr als solide. Die deutsche Wirtschaft brummt, die deutschen Unternehmen stehen bestens da, die Stimmung an der Börse ist gut. Und angesichts der weiter niedrigen Zinsen ist viel Geld auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten. Aber der Erfolg des deutschen Aktienmarktes in diesem Jahr mit einem Plus der Kurse von im Schnitt fast 20 Prozent könnte auch ein Hemmnis sein. Für Sorgenfalten sorgt auch die Schuldenkrise in Euroland. Die Märkte sind sehr volatil, die Kurse schwanken. Michael Oppermann von Ernst & Young glaubt: „Es fehlt an Planungssicherheit für einen IPO.“ Dies war auch der Grund für die anhaltende IPO-Flaute in Deutschland. Zudem waren die Preisvorstellungen etlicher Firmen einfach zu hoch, viele sagten ihren Börsengang kurzfristig ab, weil der Erlös nicht den Planungen entsprochen hätte. Die Börse in Frankfurt verzeichnete 2010 lediglich zwölf Börsengänge, wobei es mit Ströer Media, Brenntag und Kabel Deutschland bei Erlösen zwischen 370 und 760 Millionen Euro nur drei größere IPOs gab. Immerhin konnten sich die Anleger bei diesen Firmen freuen: Die Kurse stehen heute zwischen 30 und 60 Prozent über dem Emissionspreis. ro

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