Börsengang : Air Berlin senkt Aktienpreis

Nach Gegenwind vom Finanzmarkt senkt die Fluggesellschaft Air Berlin den Kaufpreis ihrer Aktien für den geplanten Börsengang deutlich. Die Preisspanne der Papiere reicht nun von 11,50 bis 14,50 Euro.

Berlin/Frankfurt - Angeboten werden die Papiere nun in einer Spanne zwischen 11,50 und 14,50 Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Bisher lag sie bei 15,00 bis 17,50 Euro. Analysten hatten dies als zu hoch kritisiert und eine Senkung angemahnt. Den ursprünglich für Freitag vorgesehenen Start an den Kapitalmarkt hatte die Airline bereits um knapp eine Woche auf nächsten Donnerstag verschoben. Mit der neuen Spanne kann sie jetzt allerdings nicht mehr auf Einnahmen in der erwarteten Höhe hoffen.

Das gesamte Emissionsvolumen liegt nun bei bis zu 616 Millionen Euro, wie es hieß. Bisher hatten Vorstandschef Joachim Hunold und die begleitenden Banken mit bis zu 872 Millionen Euro kalkuliert. Dem Unternehmen selbst soll davon eine Summe zwischen 225 Millionen und 284 Millionen Euro zufließen statt der bisher mindestens erwarteten 350 Millionen Euro. Die Kosten des Börsengangs bezifferte Air Berlin auf 40 Millionen Euro. Der übrige Teil des Erlöses geht an die bisherigen Anteilseigner. Mit dem frischen Geld vom Kapitalmarkt will sich die bisher in Privatbesitz stehende Airline für den Wettbewerb rüsten und vor allem neue Flugzeuge finanzieren.

Die Frist, in der Aktien gezeichnet werden können, läuft nach dem neuen Zeitplan noch bis diesen Mittwoch (10. Mai). Nach Angaben aus Finanzkreisen war das Oderbuch nach Ablauf der eigentlich geplanten Frist am vergangenen Donnerstag nicht vollständig gezeichnet worden. Geschäftsleitung und die Konsortialbanken hatten am Freitagnachmittag in Frankfurt über das weitere Vorgehen beraten. Zu Gründen für den neuen Kurs äußerten sie sich auch am Freitag zunächst nicht. Bei einer Werbetour hatte der Vorstand das Papier seit Ende April bei privaten und institutionellen Anlegern zur Zeichnung angeboten.

Der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Jürgen Kurz, nannte die Verschiebung des Börsengangs eine "positive Nachricht". "Der Markt ist nicht euphorisch, es wird kritisch geguckt." Der Leiter des Aktienhandels bei der Postbank, Ascan Iredi, hatte bereits vor der Bekanntgabe der Preissenkung gesagt: "Die Aktien sind nur attraktiv, wenn sie einigermaßen günstig sind, immerhin kauft sich der Anleger ein nennenswertes Risiko ein." Das Papier wird von Fachleuten unter anderem wegen des Wettbewerbsdrucks in der Branche und hoher Kerosinpreise als risikoreich eingestuft. (tso/dpa)

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