Wirtschaft : Börsengang der RAG rückt näher

Jürgen Zurheide

Berlin/Düsseldorf - Der Essener Energie- und Chemiekonzern RAG ist auf dem Weg an die Börse einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Wie Teilnehmer der Koalitionsrunde von Montagabend dem Tagesspiegel bestätigten, hat jetzt auch die nordrhein-westfälische Landesregierung ihren Widerstand gegen diese Lösung aufgegeben. Zwischenzeitlich hatte auch eine Zerschlagung als möglich gegolten. Im Gegenzug soll RAG-Chef Werner Müller nun bereit sein, den Vorsitz der neuen Kohlestiftung nur vorübergehend zu übernehmen, danach würde Müller Vorstandschef des börsennotierten „weißen“ Bereichs des heutigen RAG Konzerns.

Die Verabredungen stehen allerdings noch unter erheblichen politischen Vorbehalten, nicht zuletzt der Düsseldorfer Regierungschef Jürgen Rüttgers hat seine Haltung zum Börsengang der RAG schon mehrfach geändert und trotz der Einigung in Berlin lehnte die schwarz-gelbe Landesregierung Müller offiziell noch immer ab. Der RAG Konzern bestritt ebenfalls, dass Müller auf den Stiftungsvorsitz verzichtet habe.

Die Berliner Koalitionäre von CDU und SPD plädieren dafür, dass Werner Müller mindestens bis zum Jahresende den Vorsitz der Stiftung übernehmen und damit die formale Voraussetzung für den Börsengang schaffen soll. In der Zwischenzeit wird nach Tagesspiegel-Informationen ein neuer Stiftungsvorstand gesucht, der das Vertrauen sowohl der Landesregierung als auch der Gewerkschaften hat, die wegen der Montanmitbestimmung bei allen Schritten ein entscheidendes Wort mitreden können. Sollte sich Rüttgers allerdings auch gegen Müller als Übergangsvorsitzenden der Stiftung sperren, wäre der ambitionierte Zeitplan für den Börsengang im Frühjahr 2008 kaum zu halten. Neben den Personalien hat sich die Koalitionsrunde allerdings auch darauf verständigt, jetzt rasch die Voraussetzungen für diesen Börsengang der RAG zu treffen. Darunter ist die Gründung der Kohlestiftung.

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