Wirtschaft : Börsengang: Frühzeichner-Rabatt für Fraport-Aktie

Frankfurt (Main) (dpa/AFP). Zwei Wochen vor dem Börsengang der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport können Anleger von diesem Montag an Aktien des größten deutschen Airports zeichnen. Die Papiere werden in einer Preisspanne von 32 bis 37 Euro angeboten, teilte das Unternehmen in Frankfurt (Main) mit. Der Erlös von 726 bis 840 Millionen Euro (1,4 Milliarden bis 1,6 Milliarden Mark) soll vor allem in den politisch umstrittenen Bau einer neuen Landebahn fließen. Die erste deutsche Flughafen-Aktie soll vom 11. Juni an gehandelt werden.

Privatanleger, die ihre Order bis einschließlich 1. Juni platzieren, bekommen einen Preisvorteil von einem Euro auf den Ausgabepreis. Die Zeichnungsfrist für private Anleger endet am 7. Juni. Anwohner der Rhein-Main-Region sollen bei einer Überzeichnung des Angebots bevorzugt werden - als "Zeichen der Verbundenheit". Anrainer sperren sich seit langem gegen einen weiteren Ausbau des Rhein-Main-Flughafens. Der Ausbau ist laut Vorstandschef Wilhelm Bender indes "beschlossene Sache".

Ausgegeben werden bis zu 22,7 Millionen Aktien. Dazu kommt eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 3,4 Millionen Aktien. Trotz des schwierigen Marktumfelds hatten sich die Flughafen-Manager im Vorfeld optimistisch gezeigt, dass der angebotene 31-Prozent-Anteil an ihrem Unternehmen Interessenten findet. "Die Fraport-Aktie ist eben kein Neuer-Markt-Wert", sagte Bender. Für Solidität dürften allein schon die Hauptaktionäre sorgen: 69 Prozent sollen auch künftig bei der Stadt Frankfurt, dem Land Hessen und dem Bund liegen.

Bender nannte den Börsengang des bisher staatlichen Unternehmens "ein bedeutendes Privatisierungsvorhaben und einen der größten Börsengänge für 2001 in Deutschland". Der Ausgabe-Preis soll am 9. oder 10. Juni bekannt gegeben werden. Fraport strebt eine Aufnahme des Papiers in den M-Dax der 70 mittelgroßen Firmen an.

Die Flughafengesellschaft geht nach einem Rekordgewinn im vergangenen Jahr als erster deutscher Airport-Betreiber an die Börse. Der Fraport-Konzern verzeichnete nach eigenen Angaben einen operativen Gewinn (Ebitda) von 1,04 Milliarden Mark. Dieser erstmals nach dem internationalen Standard IAS errechnete Wert liege um 21,2 Prozent über dem Vergleichswert von 1999. Der Umsatz wuchs um 11,7 Prozent auf gut drei Milliarden Mark. Der Jahresüberschuss betrug 252,3 Millionen Mark, ein Plus von 62 Prozent.

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